Tech-Startups prämiert:
Eaternity, Upicto, Osmoblue
und Mimedis

Von Webcam-Software bis zu umweltschonendem Essen: Vier Jungunternehmen haben 10’000 Franken Unterstützung erhalten.

Vier Jungunternehmen haben diese Woche die erste Runde des Förderwettbewerbs venture kick erfolgreich hinter sich gebracht und erhalten je 10’000 Franken Starthilfe.

Schlaue Schnappschüsse

Upicto ist ein Spin-off aus dem Computer Vision Lab der ETH Zürich. Die Gründer haben eine Software geschrieben, die Videomaterial selbständig nach interessanten Einzelbildern durchforsten kann. Aus einem Stück Bewegtbild extrahiert diese eine Reihe von Schnappschüssen oder Videoschnipseln, die dank schlauer Algorithmen die bildtechnisch besten Momente der Aufnahme zeigen und einen repräsentativen Überblick über das Ganze geben sollen. Damit ein Computer das ohne menschliches Zutun schafft, hat das Team von Upicto eine Bildverarbeitungsoftware entwickelt, die in Echtzeit Videos untersucht.

Erste Anwendung der Technologie ist Webcamaze, eine Applikation, die interessante Einzelbilder aus internationalen Webcam-Feeds herauszieht und versammelt.

Strom aus Wärme

Das Lausanner Cleantech-Startup Osmoblue hat eine Technologie entwickelt, die aus Abwärme Strom erzeugt. Der Name des Jungunternehmens rührt daher, dass das inzwischen patentierte Prinzip auf Osmose basiert. Mit dem Verfahren wird Elektrizitätproduktion schon bei geringen Temperaturdifferenzen möglich. Laut den Gründern ist es bereits ausreichend, wenn die Wärmequelle eine Temperatur von 30 bis 40 Grad hat.

Das Team rund um Elodie Dahan will unter anderem der Industrie ermöglichen, Energie aus anfallender Abwärme zurückzugewinnen. Bislang geht diese meist verloren und schlägt auf die Energiebilanz.

Umweltfreundliche Küche

Eaternity hat sich bereits Anfang 2012 den ersten Platz beim WWF Fellowship Wettbewerb am Hub Zürich geholt, im Sommer kam der SEF-Swiss Award dazu. Das von Manuel Klarmann initiierte Projekte möchte klimafreundliches Essen popularisieren. Will heissen: Essen, dessen Herstellung möglichst wenig Treibhausgase produziert.

Eaternity kocht oder liefert aber nicht selbst, sondern betreibt Customer Education. Dazu stellt der Verein Informationen zur Klimabilanz von Lebensmitteln und Rezeptvorschläge bereit. Geplant ist auch eine Webapp mit CO2-Rechner. So soll es für den Einzelnen einfacher werden, seinen ökologischen Fussabdruck im Auge zu behalten und seine Gewohnheiten zu ändern. Um schnell Resultate zu haben, richtet sich Eaternity an Personalkantinen als erste Adressaten. Bei ihnen wollen die Gründer vorstellig werden, unter anderem mit Menuvorschlägen, die auf Saisonalität und Regionalität fokussieren.

Massgeschneiderte Gelenke

Mimedis ist ein Medtech-Startup, das Knochenersatz-Implantate und künstliche Gelenke patientenfreundlicher gestalten will. Clou ist, die Implantate per Softwarelösung für jeden Patienten massgeschneidert zur Verfügung zu stellen. Bislang ist es so, dass Ersatzstücke oft nur in standardisierten Grössen verfügbar sind. Für den Patienten bedeutet das Anpassungen, die die Genesungszeit verlängern und für das Gesundheitswesen erhöhte Kosten.

Ralf Schumacher will mit einer Software für Chirurgen, die 3-dimensionale Bildgebung einsetzt, die Herstellung individuell auf Patienten angepasster Implantate vereinfachen.

 

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