«Nie mehr ohne Co-Founder»:
9 Fragen an Reto Laemmler
von RememberTheName

Kurze Fragen, kurze Antworten: Regelmässig stellt sich ein Startupper unserer Fragerunde. Diesmal der Ex-Doodler und Entwickler der Webapp RememberTheName Reto Laemmler.

Reto Laemmler (Bild: zvg)Was ist die Idee hinter RememberTheName?

Kontakte in Adressbüchern und sozialen Netzwerken häufen sich immer mehr an und oft weiss man gar nicht mehr so richtig, wen man woher kennt. Mit RememberTheName kann man auf spielerische Art und Weise die persönlichen Kontakte auffrischen, mit Kontext anreichern und optimaler nutzen.

Wie seid ihr darauf gekommen?

Das Vergessen von Namen ist ein bekanntes Problem. Nach meinem Zusammentreffen mit dem Gedächtnistrainer André Huber haben wir uns gemeinsam des Problems angenommen. Nach diversen Iterationen entdeckten wir jedoch, dass es noch ein viel grösseres gibt: Die unkontrollierte Ansammlung von persönlichen Kontakten verstreut über diverse Adressbücher. Man weiss heute oft gar nicht mehr so richtig, wen man im Adressbuch hat oder wieso.

Gab es eine Idee beim Vermarkten des Produktes, die besonders gut funktioniert hat?

Die Idee von RememberTheName findet guten Anklang und war oft ein Türöffner für Events, Präsentationen, und so weiter. Auch die Wahl des Namens funktioniert. Jedoch erwarten Leute oft eine magische Pille, welche automatisch das Erinnerungsproblem löst. Gedächtnistechnik verlangt regelmässiges Üben, wozu nur wenige Leute bereit sind. Im Zeitalter von Smartphones funktioniert sowas leider schlecht. Daher haben wir auch die Idee in Richtung «gamified address book» angepasst.

Was sind aus deiner Sicht Stärken und Schwächen der Schweizer Startupszene?

Stärken: Die Szene ist klein, persönlich und übersichtlich. Schwächen: Die Szene ist klein, persönlich und übersichtlich.

Zu klein, zu wenig dynamisch? Gäbe es ein Förderangebot, das da Abhilfe schaffen könnte?

Zum Beispiel ein Netzwerk von Angel-Investoren, die bereit sind, 10k ohne grosses Hin und Her einzuwerfen, um eine Idee zu testen. Es gibt zwar Förderprogramme wie venture kick, aber die unterstützen mehrheitlich Ideen aus Pharma, Medizin, und so weiter. Internet services, Apps etc. werden da nur mit einem ganz klarem Businessmodell ernst genommen. Halt sehr traditionell.

Warum bist du Unternehmer geworden und was wäre deine Alternative im Berufsleben?

Der Hauptantrieb ist meine Faszination für Menschen und deren Alltag. Ich denke gerne über Probleme und Lösungen nach, die unser Leben einfacher gestalten können. Als Angestellter fühle ich mich da zu fest limitiert. Meine Alternative zum Berufsleben wäre Musiker. Ich hätte vor fünf Jahren nie gedacht, dass ich jemals mein Saxophon und die Klarinette vernachlässigen werde. Nun ist es doch soweit gekommen und möchte dies eigentlich sehr gerne wieder aufgreifen.

Bei welcher Geschäftsidee ärgerst du dich, dass du sie nicht als erster hattest?

Eigentlich bei keiner. Mich faszinieren Geschäftsideen wie z.B. airbnb.com, usertesting.com, etc. Hinter diesen Ideen ist das Erfolgsrezept nicht alleine die Idee, sondern vielmehr Beharrlichkeit und Glück. Die ursprüngliche Idee war meist etwas anderes, als die, welche dann zum Erfolg führte.

Gibt es bereits jetzt etwas, das Du rückblickend bei der Gründung Deines Startups anders machen würdest?

Ich würde nie mehr ohne gleichwertiges Commitment eines Co-Founders anfangen. Auch revidiere ich meine Meinung bezüglich «Fokus, Fokus, Fokus». In einer frühen Product Discovery Phase würde ich viel eher Variationen schnell ausprobieren und verwerfen. Ich habe da zu viele Monate an einer konkreten Hypothese gearbeitet. Fokus ist dann gut, wenn die Hypothese bestätigt ist.

Welches Startup sollen wir als nächstes in dieser Rubrik bringen?

Viewster.

 

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