Rückblick:
Die beliebtesten
Startup-Geschäftsfelder 2012

Gibt es Trendthemen in der Schweizer Startup-Szene? Wir machen uns auf die Suche und wagen einen Blick zurück ins abgelaufene Jahr.

Auf der Suche nach den Trends (Bild: istockphoto)Nimmt man die 2012 gestarteten Jungunternehmen unter die Lupe, zeigt sich schnell, dass einige Branchen überdurchschnittlich vertreten waren.

Hier sind die umkämpftesten Geschäftsfelder, zusammen mit einer (unvollständigen) Liste von Beispielen:

Vergleichsdienste

2012 war das Jahr der Vergleichsdienste. Das Modell ist nicht neu, bislang teilten aber wenige, grosse Anbieter das Feld unter sich auf. Neu tritt eine ganze Reihe von Diensten an, Konsumenten bei Konsumentscheiden zu helfen.

Im Einsatz dabei sind Webapplikationen, schliesslich sind das Herstellen von Transparenz  und das Schaffen personalisierter Informationsangebote Paradediszinplinen von Internetangeboten. Dass dieser Sektor weiteres Wachstumspotential hat, ist eine berechtigte Hoffnung. Es spricht nichts dagegen, dass der Markt für Finanzdienstleistungen und Versicherungen ins Netz wandert, wie es mit dem Buchen von Tourismusangeboten bereits geschehen ist.

Auf startwerk haben wir nur einen kleinen Teil der neuen Angebote besprochen, darunter:

  • iCompare – Handytarife
  • MyMoneyPark – Finanzdienstleistungen wie Hypotheken, Kontoführung, Investments
  • MyDepotCheck – Finanzdienstleistungen, Anlageberatung
  • bfox – Versicherungen

Park-Apps

Eine der Startup-Überraschungen des Jahres: Im Herbst gingen gleich drei Gründerteams mit derselben Idee an den Start, der Untervermietung von Parkplätzen.

Das in derselben Stadt – es wird also eng. Dabei ist noch gar nicht klar, ob das Geschäftsmodell aufgeht. Um in die schwarzen Zahlen zu kommen, braucht eine Parkplatz-App einen Umsatz von mindestens einer Million Franken – ausgehend von einer Provision von 35 Prozent auf die Gebühren. Über den Daumen gerechnet sind das 1’000 Parkplätze, die sich jeden Tag eine Stunde vermieten lassen. Dass einer der Anbieter bald diese Grösse erreichen kann, bleibt zu zeigen. Erschwerend kommt hinzu, dass im chronisch parkplatzarmen Zürich der eigene Stellplatz für viele Autobesitzer ein kleines Heiligtum ist. Die zentrale Frage lautet: Gibt es überhaupt genügend Bereitschaft, Parkplätze teilweise herzugeben? In einigen Monaten wissen wir mehr.

Marketing-Apps

Eine überraschend grosse Anzahl von Startups widmete sich dem Thema Werbung. Ihre Konzepte haben eines gemeinsam: Sie suchen neue Ansätze bei Marketing und Marktforschung als Dienstleistung für bestehende Unternehmen, on- und offline.

Dazu gehören poinz, Cooala, Qiibee, Dealini oder prospekt.li. Sie stehen für Rabattsysteme mit Gamification, neue Werbeplattformen oder Markenanalyse. Thematisch ähnliche gelagert ist eine weitere Gruppe:

Neue Vertriebswege

Hier geht es darum, vorhandene Produkte auf neuen Kanälen anzubieten. Sei es, um Buchungen zu erleichtern oder per Dealmodell mit Rabatten zu locken – eine ganze Reihe von Startups zielt darauf, sich mit neuen B2B-Modellen zu profilieren. Darunter zum Beispiel MountainDayz, Yabbedoo aus Genf oder Doodles Zusatzdienst BookMe.

Ökologie

Jungunternehmen mit High-Tech-Hintergrund sind weniger trendgetrieben als Webstartups. Entsprechend ist es schwieriger, hier übergreifende Strömungen auszumachen.

Dennoch: Einige Projekte lassen sich klar dem wachsenden Bedarf nach nachhaltiger Technologie zurechnen, so etwa Swissto12, L.E.S.S. oder Bcomp, die im letzten Jahr ins Rampenlicht traten und Interesse generierten. Das Thema Nachhaltigkeit gingen Gründer auch von anderen Seiten an, zum Beispiel im Feld Mobilität. Hier sind etwa ElectricFeel, ECow oder das Polyport-Spin-off BringBee zu nennen.

Institutionalisierung

Neben diesen Geschäftsfeld-Trends präsentierte auch das Startup-Ökosystem einen Schub an neuen Angeboten. Zwar lässt sich noch nicht abschätzen, welchen Mehrwert diese langfristig bringen werden. Klar ist aber: Die Infrastruktur wächst und der Trend geht zu mehr institutionalierten Angeboten. Zu den 2012 lancierten Initiativen gehören Finanzierungsnetzwerke wie Zeeder, Infrastrukturangebote wie BlueLion oder neue private Inkubatoren wie Centralway oder Shuttle-Booster. Und mit Rollfeld gibt es neu eine dezidierte PR-Agentur für Startups.

Gibt es weitere Trends? Wir sind gespannt auf weitere Beobachtungen zum vergangenen Jahr.

 

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Der Proof-of-Concept ist gemacht, das technische Know-How wäre vorhanden - wo bleiben die Schweizer Farmvilles?

4 Kommentare

  1. Was ist mit Social Dating?

  2. social dating halte ich auch noch für einen punkt.

    fellody.com z.B.

  3. Danke für die Ergänzung – Skim fällt mir spontan ein. Gab’s da noch mehr? Fellody startete ja schon 2011.

  4. Haystack: http://blog.geekybusiness…on-the-road-to-paris und ich weiss, dass noch weitere Ideen gekocht werden die bald live gehen.

Ein Pingback

  1. [...] Trends 2012 unter den Schweizer Startups dokumentiert.2012 war das Jahr des Vergleichsdienste.» Die beliebtesten Startup-Geschäftsfelder 2012 Gema Nachdem die Gema alles dafür getan hat, Musik in Deutschland zumindest auf YouTube [...]

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