MountainDayz:
Deal-Modell für den Skitourismus

MountainDayz adaptiert das Modell Rabattplattform für den Wintersport-Tourismus.

Noch sind nicht alle Territorien abgesteckt. Im E-Commerce entsteht zuweilen der Eindruck, alle denkbare Märkte für Shoppingclubs und Rabattmodelle seien realisiert. Aber wie MountainDayz zeigt, ist sogar im besonders innovationsfreudigen Tourismus noch Platz für neue Konzepte.

Schauplatz Skigebiete: In Zeiten schlechter Winter und eines teuren Frankens kämpfen Bergbahnen umso verbissener um Gäste. Diese  auf zusätzlichen Wegen zu erreichen, könnte darum wichtiger werden.

Bergbahnbetreibern einen zusätzlichen Vertriebskanal hierfür zu bieten, ist das Konzept des deutsch-schweizerischen Startups MountainDayz. Ziel ist eine Plattform, über die Anbieter Skipässe verbilligt feilbieten können. Gerade zu Zeitpunkten mit geringer Nachfrage, zum Beispiel in der Vor- oder Nachsaison oder wochentags, liessen sich so Schwankungen ausbügeln, meint Mitgründer Alexander Mahr. Neben Kontingenten für Skipass-Rabatte seien auch Kombideals möglich. So können die Anbieter versuchen, mit Gutscheinen oder andere Vergünstigungen Wintersportler zu sich zu lotsen.

Skigebiete für Angebot gewinnen

Die Schweiz und naheliegende Skigebiete sind für MountainDayz der Einstiegsmarkt, dereinst sollen aber Orte aus dem gesamten Alpenraum auf der Plattform unterkommen. Damit das Modell funktioniert wie geplant, muss die Website genug Traffic bereitstellen, wofür die Gründer «alle klassischen Register» ziehen wollen. Neben Community-Aufbau und SEO wird wie bei Group-Shopping E-Mail-Marketing eine wichtige Rolle spielen.

Die Idee hat Vorbilder in den USA, wie die Startups Liftopia oder Getskitickets. Der Platzhirsch, der seit der Gründung die meiste Finanzierung erhalten hat, ist Liftopia. Das Unternehmen zeigt auch, wie sich ein solches Angebot weiterentwickeln lässt. So promotet Liftopia seit diesem Jahr eine eigene Buchungslösung mit variable Tarifen. Diese erlaubt Anbietern, ähnlich wie Fluglinien mit flexiblen Preisen zu arbeiten – bisher noch die Ausnahme im Skitourismus.

MountainDayz mit Firmensitz in Genf ist gerade in Gründung. Hinter der Plattform steht die Brüder Alexander und Berndt Mahr aus Deutschland und der Romand Pierre-Adrian Irlé.

Drei Erfolgsfaktoren

Die Gründer von MountainDayz sind derzeit dabei, ihre Plattform bei Bergbahnbetreibern bekannt zu machen. Dabei würden sie und die Konkurrenz sich regelmässig die Klinke in die Hand geben, so Alexander. Denn: Wie oft dieser Tage haben es noch mehr Startups auf denselben Markt abgesehen. Das Münchner Jungunternehmen Snowbon von Tim Huonker und Stefan Senft will ebenfalls mit rabattierten Skipässen Kunden gewinnen.

Welche Plattform mehr Erfolg haben wird, hängt für Alexander Mahr von Mountaindayz mit drei Faktoren zusammen:

  • Das «Produkt» Webseite: Diese muss konvertieren, also eine ausreichende Anzahl der Besucher zum Buchen bewegen.
  • Das Inventar: Die Gründer müssen es schaffen, genug attraktive Gebiete auf ihre Plattform zu bringen.
  • Die Skalierung: Traffic ist nicht umsonst, daher muss die Webseite früher oder später ein Wachstum zeigen, das über den direkten Effekt von Werbung hinausgeht.

Was das Startdatum angeht, halten sich die Gründer noch bedeckt. MountainDayz soll laut den Gründern aber möglichst früh in dieser Wintersaison online gehen.

 

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