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Bei Silp spielen die Facebook-Freunde Jobvermittler

Jobempfehlungen aus dem Freundeskreis sind das Prinzip der Social-Recruiting-App Silp. Hinter dem neuen Startup steht Wuala-Gründer Dominik Grolimund.

Ein Talentpool auf Facebook: Mit diesem neuen Ansatz bringt sich das Startup Silp für den aufkommenden Trend Social Recruiting in Stellung. Nach erster Publicity im März ist es nun soweit; die Facebook-App öffnet ihre Pforten und akzeptiert Anmeldungen von Jobinteressierten und Recruitern. Erster Fokus sind «Jobs in der Technologiebranche in Tech Hubs wie San Francisco, London, Berlin, und natürlich Zürich».

Die Kernidee: gute Jobs werden oft durch Freunde vermittelt. Silp will hier ansetzen und diesen Empfehlungsprozess verstärken und automatisieren. Konsequenterweise verwendet Silp dazu Facebook. Der Dienst will aber nicht à la BranchOut ein eigenes Businessnetzwerk auf Facebook aufpfropfen.
Vielmehr ist Silp eine App, die basierend auf Empfehlungen und cleverem Matching Jobangebote an den richtigen Ort bringen will. Jobs sollen dazu den Social Graph, also das erweiterte Netzwerk der Nutzer durchwandern. Diese können Angebote weiterreichen, wodurch die Jobs mobil werden und die richtigen Kandidaten finden können.

Das Netzwerk im Dienst der Suche

Für das Matching verwendet Silp eine kurze Selbstcharakterisierung, die ein Nutzer bei der Anmeldung erfasst. Weitere Interessen oder Kompetenzen extrahiert Silp aus verlinkten Profilen (beispielsweise Twitter, ein privates Blog, LinkedIn, about.me oder sogar Github) und ohne das Zutun der Nutzer. Ausserdem lernt das Programm aus gemachten Interaktionen.

Via das Weiterleiten von Jobs und das Einladen von Freunden zur App wächst das Netzwerk, über das Nutzer potentielle Jobangebote erhalten können. Auf diese Weise will Silp viral Nutzer gewinnen. Die Netzwerkeffekte der bestehenden Freunde sind ein einleuchtender Vorteil und motivieren das Erweitern des Kontaktpools. Silp hat damit einen eingebauten Wachstumsmechanismus.

Drei Zielgruppen haben die Gründer im Fokus: Arbeitgeber, Recruiter und Talente.

  • Arbeitgeber können ihr erweitertes Netzwerk kostenlos durchsuchen. Ausserdem können sie gegen Gebühr auf den gesamten Talentpool der Plattform zugreifen und dort Anzeigen publizieren. Diese handhabt Silp resultatorientiert: Gezahlt werden muss nur für effektive Leads, also wenn ein Kandidat durch einen Klick seine Interesse an der Stelle bekundet hat.
  • Recruiter können wie Arbeitgeber ihr Netzwerk nach Talenten durchstöbern, per Suchfunktion lassen sich auch spezifische Qualifikationen finden. Anschliessend sind passende Kandidaten direkt oder indirekt (über Freunde) kontaktierbar.
  • Talente, also Endnutzer, sind nach der Anmeldung nicht mehr in der Pflicht. Sie erhalten Jobangebote, sofern ein Matching gefunden wird oder ein Freund ihnen eine Stelle weiterleitet. Erhaltene Jobangebote können sie dann wiederum an Freunde weitergeben, falls sie nicht selbst zuschlagen wollen. Für Talente soll der Service kostenlos bleiben.

Silp will nicht mit den zahlreichen schon bestehenden Jobboards und im Netz konkurrieren. Stattdessen konzentriert sich der Dienst auf die passiven Jobsuchenden. Zur Zielgruppe gehört, wer nicht aktiv Jobbörsen durchforstet.

Diese Erkenntnis war laut CEO Dominik Grolimund besonders wichtig für die weiteren Designentscheidungen. Statt auf Stickyness des Diensts zu setzen, also eine hohe Rückkehrquote anzuzielen, entschied man sich für eine hassle-freie Plattform. Angemeldete Nutzer erhalten daher keine Nachrichten und Mails, die zum erneuten Besuch bewegen wollen. Auch muss kein Profil aktiv gepflegt werden. Silp soll Nutzer nur verständigen, wenn für sie interessante Jobangebote eintrudeln.

Bootstrapped und agil

Vorzeigegründer Grolimund Grolimund hat den Dienst zusammen mit den drei Namics-Alumni Jonas Kamber, Daniel Schlegel und Christian Felder entwickelt, das sind zwei Entwickler und ein Designer. Ihr kleines Office haben die vier Gründer im Zürcher Technopark.

Grolimund ist ein bekannter Kopf in der Schweizer Internetszene. Mit Caleido und Wuala gehen bereits zwei erfolgreiche Startups auf sein Konto. Den Exit an Speicherhersteller LaCie realisierte Wuala 2009, wobei Grolimund und sein Team vorerst weiter beim Unternehmen blieben. Seine neuen Mitgründer lernte er am StartupCamp in Basel kennen. Die Entwicklung von Silp startete dann im November 2011.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus seinen früheren Startups war für Grolimund, auf Basis von Daten und Feedback zu arbeiten. Bei der Entwicklung setzt das Team auf Tests und Statistiken anstelle von Bauchgefühl. Funktionen und Designänderungen werden mit A/B-Testing auf Herz und Nieren geprüft, bevor sie weiterverfolgt werden. Für kleinere Änderungen setzt das Team auf zahlenmässiges Feedback, für grössere Entscheidungen auf qualitative Befragungen und Gespräche mit Nutzern.
Priorität habe auch ein schonender Umgang mit den eigenen Ressourcen. Viele mögliche Features habe man bereits im Keim erstickt, um ein möglichst schlankes, geradliniges Produkt zu erhalten, so Grolimund. Ausserdem sei es erklärtes Ziel, das Team in der Startphase kein zu halten, um Fokus und Agilität nicht zu verlieren.

 

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3 Kommentare

  1. In dem Bereich wird auf jeden Fall was gehen. Und das Design stimm. Toll zu sehen, dass Dominik immer noch neue Ideen hat. Ich hoffe es klappt.

  2. Bin sehr gespannt, wie es in dieser Sache weitergeht. Sieht auf jeden Fall schon mal sehr gut aus.

  3. silp als Jobbörse oder Arbeitsvermittlung bei Facebook ist eine super Idee. Potentielle Arbeitgeber aber auch Arbeit Suchende treiben sich auf dem Sozialen Netzwerk Portal Facebook rum – was einen ganzen Arbeitsmarkt mit sich bringt. Aus meiner Uni Zeit kenne ich es, dass über Facebook Nebenjobs, Studentenjobs und teilweise auch Lehrstellen inseriert worden. Wenn es natürlich jetzt bald eine Stellenvermittlung App gibt, über welche man Arbeit suchen kann bzw. freie Stellen finden kann, dann wäre das natürlich perfekt. Andererseits bringt eine Facebook “Job Börse” auch Gefahren mit sich. Arbeitgeber können so nicht nur die Bewerbungen sehen, sondern auch vertrauliche Informationen, die sie über die Kandidaten für die Arbeitsstelle im persönlichen Gespräch nie erfahren würden, beispielsweise Religionszugehörigkeit oder politische Richtung. Als Bewerber muss ich mir da auch die Frage stellen – möchte ich meine Bewerbung wirklich bei Facebook an den Arbeitgeber schicken oder versuche ich mein Glück nicht doch über den postalischen bzw. E-Mail Weg.

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