Was genau macht einen Unternehmer oder eine Unternehmerin eigentlich aus? Die Bereitschaft, Risiken einzugehen und ein ausgeprägter Freiheitsdrang.
Wer macht das Rennen? (Bild: istockphoto.com)
Die einen sagen Gründer, die anderen bevorzugen Entrepreneur. Oder aber Gründerin und … naja, jetzt wird’s schwer: Entrepreneuse? Bei meinem letzten Artikel (Unternehmerisch mit Risiko umgehen) habe ich darüber geschrieben, wie Entrepreneure mit Risiko umgehen. Jetzt wollen wir das mal definieren: Was genau ist ein Entrepreneur?
Entrepreneurship definieren
Entrepreneurship ist das Management von Innovationen, so liest man. Innovation ist die Implementierung einer neuen Idee, also beispielsweise wenn Du neue Produkte, Dienstleistungen, Prozesse oder Geschäftsmodelle einführst. Als Entrepreneur/se bist Du also dafür verantwortlich, die Umsetzung neuer Ideen in die Realität zu managen. Dazu kommt dann noch unabdingbar die Fähigkeit, den Wechsel von vorher zu nachher einzuleiten und zu begleiten. Entrepreneure haben oft Entscheidungen mit unvollständigen Informationen zu treffen (von “Fertig, zielen, Feuer!” bis “Fertig, Feuer, zielen!”) und sie tragen aufgrund der begrenzten Informationen über ihre neuen Produkte/Kunden/Märkte/Wettbewerber außergewöhnliche Risiken.
Die Grundfähigkeiten
Welche Fähigkeiten brauchst Du als Gründer/Gründerin/Entrepreneur? Ganz wichtig ist ein gesundes Fundament allgemeiner Geschäftskenntnisse über Marketing, Buchhaltung, Gewinn- und Verlustrechnung und Personalführung. Hilfreich ist weiter, Dich strategisch und planerisch auf die Zukunft vorzubereiten: verschiedene Szenarien erstellen, Trends erkennen, Chancen aufzeigen, Risiken aufspüren. Sind die Chancen erkannt, brauchst Du Überzeugungskraft und natürlich musst Du in der Lage sein, Dein Team zum Ziel zu führen. Auf dem Weg zum Ziel ist dann noch ganz wichtig Deine Fähigkeit zum Kreativen Problem-Lösen (worüber ich viel auf meinem Blog
Denkpass.de schreibe).
Die richtige Einstellung
Gründer haben darüber hinaus eine etwas andere Einstellung zu ihrer Arbeit als andere Leute, so hört man. Das äußert sich zum Beispiel in den folgenden Aussagen:
- Unabhängigkeit: “Ich will mein eigener Boss sein und meine eigenen Entscheidungen treffen”
- Risikofreude: “Ich kann mit Risiko und Unsicherheit sehr gut umgehen”
- Leistungsbereitschaft: “Ich will das Rennen auf jeden Fall gewinnen”
- Hart arbeiten: “Ich habe Ausdauer und bleibe dran”
- Einkommen: “Ich will für meine Arbeit fair bezahlt werden – mehr ist besser als weniger”
Die Einstellung zu Risiko und Unabhängigkeit sind dabei die größten Unterschiede zu anderen. Menschen, die gut mit Risiko umgehen und am liebsten unabhängig sind, fokussieren auf die Möglichkeiten einer Gründung, sind offen für revolutionäre Änderungen, mögen flache Entscheidungshierarchien und bevorzugen eine Belohnung, die von ihrer Leistung abhängt. Ihr Managementstil wird als Promoter bezeichnet. Das Gegenteil sind Menschen mit wenig Risikotoleranz und kaum Neigung zur Unabhängigkeit, die sogenannten Trustees, die evolutionäre Änderungen bevorzugen und für sicheres Denken belohnt werden wollen.
Wie seht ihr das? Welche Fähigkeiten sind für Gründer/innen noch wichtig? Wie sollte man Entrepreneurship anders definieren? Unterscheidet sich eure Einstellung von der hier angegebenen?
Ich denke, zwei Dinge sind auch noch wichtig, wobei man die gut unter “Risiko eingehen” zusammenfassen könnte.
Erstens muss der starke WUNSCH da sein, sich selbständig zu machen. Nicht nur “ich möchte”, sondern “ich will”. Und zweitens bracht man dann den MUT, es auch zu machen. Einfach mal starten, loslegen, und nicht ständig nur “überlegen, dass man sich selbständig machen könnte”.
Und dank dem Internet gibt es ja sehr viele Möglichkeiten, mit der Selbständigkeit zu starten, ohne viel Geld einzusetzen und ohne seinen bestehenden Job gleich zu kündigen (das kann man ja später bei sich abzeichnendem Erfolg immer noch machen).