Hirschfactor:
Jobvermittlung unter Freunden

Das ETH-Spinoff Hirschfactor nutzt soziale Netzwerke um Mitarbeiter an Finanzunternehmen zu vermitteln. Bei Erfolg winkt dem “Hunter” eine Prämie.


Das Gründerteam: Fabio Magagna, Crista Henggeler und Kai EberhardtDas Prinzip ist einfach: Auf der Website des jungen Unternehmens kann man sich als “Hunter” registrieren und anschliessend Bekannte für die ausgeschriebenen Jobs empfehlen, oder sich gleich selbst bewerben. Falls die empfohlene Person die Stelle bekommt, wird der Hunter mit der ausgelobten Summe belohnt.

Dieses Anreizsystem scheint bestechend. Gerade für Personen, die sich selbst in einem Startup-Umfeld bewegen oder noch studieren, dürften beispielsweise die 3000 Franken, welche Kooaba für die Vermittlung eines Software Engineers bezahlt einen recht grossen Anreiz darstellen. Zudem kennen Kollegen oder Freunde die Qualitäten der Emfpohlenen aus erster Hand. Die Quote ungeeigneter Kandidaten dürfte also tiefer ausfallen, als wenn sich diese aus eigener Initiative bewerben würden. Zudem erhält jeder Nutzer einen Hirschfactor zugeteilt, welcher die Qualität seiner Referrals widergibt. Der Algorithmus hinter diesem Hirschfactor ist Teil eines Forschungsprojektes an der ETH.

Das Geschäftsmodell der drei Gründer scheint einen Nerv getroffen zu haben. Die noch nicht ganz ein Jahr alte Unternehmung hat bereits über 1000 User und einige bekannte Unternehmen haben Anzeigen geschaltet. Die Userbasis wird allerdings vermutlich nicht lange so klein bleiben. Immerhin verspricht Hirschfactor zehn Prozent der Prämien, die ein neuer User generiert demjenigen, der ihn ins Netzwerk gebracht hat. Es bleibt zu sehen, wie stark sich die von den Gründern hauptsächlich ins Auge gefasste Zielgruppe der Angestellten im Finanzbereich dadurch locken lässt. Wer das Geld nicht nötig hat, kann es allerdings auch an myclimate oder Aiducation International spenden und so etwas fürs Gewissen statt fürs Portemonnaie tun.

Den Namen hat das Unternehmen vom Wissenschaftlichen Begriff Hirschfaktor, der die Häufigkeit, mit welcher ein Wissenschaftler zitiert wird, misst.

 

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