“Don’t worry, be crappy”:
Overengineering vermeiden
und auf Kunden konzentrieren

Damit Geschäftsideen nicht an der Realität scheitern, gibt es nur eines: Kundenfokus. Einige Links zum Thema.

Die meisten Startups definieren sich über zwei Dinge: das Team und das Produkt. Das ist auch gut so. Wichtig ist aber, dass dabei eine dritte Kategorie genug bedacht wird ohne die auch das beste Team mit dem grossartigsten Produkt zum Scheitern verurteilt ist: Der Markt, beziehungsweise die Kunden.

Viele Jungunternehmer kommen aus der Wissenschaft und haben zuerst die Idee für ein Produkt, welches es – irgendwann – an den Mann zu bringen und zu versilbern gilt. Oft werden dabei Produkte „overengineered“ und das Tüfteln nimmt überhand. Da kann es helfen, einmal mehr ein Zitat von Guy Kawasaki zu bemühen: Don’t worry, be crappy. Das Produkt muss nicht perfekt sein oder mit vielen zusätzlichen Features aufwarten, man kann auch mit einem nicht perfekten Produkt in den Markt eintreten. Und sollte es auch so machen, so das Konzept des Minimum Viable Product. So lange für den Käufer ein Zusatznutzen generiert wird und ein Markt besteht, wird man auch verkaufen können.

Der Markt lacht zuletzt

Natürlich heisst das nicht, dass das Produkt oder das Team unwichtig sind. Aber wie es Marc Andreessen, Mitgründer von Netscape in einem Blogpost formuliert hat:

„The market always wins“

Und die Kunden sind der Markt. Entsprechend muss jeder Gründer erstens wissen, wer seine Kunden sind und diese zweitens richtig bearbeiten.

Der erste Schritt, die Kunden zu akquirieren, ist der kniffligste. Klassisch ist der Cold Call mit dem Versuch, potentielle Käufer von einem Produkt oder Service zu überzeugen – um ihn wird man kaum herum kommen. Diese Methode ist jedoch sehr aufwändig. Davon ausgehend, dass der Kunde das Angebot des Unternehmens will, sollte dieses in erster Linie dafür sorgen, dass der Kunde auch zu dem Angebot findet. Auch wenn es für Digital Natives offensichtlich ist – eine gute Internetpräsenz und das hoffentlich damit einhergehende Googleranking bringen die Kunden auf die Website und kürzen den Prozess ab.

Gute Webpräsenzen sind ein Feld, wo Startups ohne weiteres etablierten Unternehmen das Wasser reichen können. Gerade deshalb bietet sich hier eine Gelegenheit für Newcomer, die Kunden von sich zu überzeugen. Zudem sollte man die Chance nutzen und sich dem Dialog im Internet stellen, im Positiven wie im Negativen. Der Venture Capitalist David Skok hat dazu in seinem Blog einige Tipps.

Service macht den Unterschied

Genauso wichtig wie das Einfangen der Kunden ist natürlich, sie zu behalten – Retention. Bill Price, der früher bei Amazon für den Customer Service verantwortlich war, hat hierzu ein Buch geschrieben: The Best Service Is No Service: How to Liberate Your Customers from Customer Service, Keep Them Happy, and Control Costs. In einem Interview mit Kawasaki erklärt er, was er unter gutem Kundenservice versteht. Auch hier ist eine nutzerfreundliche Website Gold wert. Wenn ein Kunde doch einmal den telefonischen Kontakt braucht, sollte er unbedingt eine gute Erfahrung machen. Paradoxerweise wird bekanntlich ein Käufer mit einem zufriedenstellend gelösten Problem oft ein loyalerer Kunde als einer, der sich nie an den Service wenden musste.

Natürlich gehört zu jedem Unternehmen mehr als Marketing und Kunden. Doch letztlich ist das die Geldquelle, die es erlaubt die Produkte besser zu machen und die Vision der Gründer zu verwirklichen. Unabhängig davon, ob es sich um die Betreuung von End- oder Businesskunden handelt, sollte dieser Aspekt folglich in die Planung mit einbezogen werden.

(Bild: Lost Mitten, Etsy)

Mehr lesen

Erst schauen, dann entwickeln: Geschäftsideen unkompliziert testen

30.11.2011, 3 KommentareErst schauen, dann entwickeln:
Geschäftsideen unkompliziert testen

Geschäftsideen online testen: Mit einfachen Tools lassen sich Startup-Ideen risikofrei im Voraus erproben.

Design Thinking Startup: Ein Unternehmen  aus dem Reagenzglas

14.11.2011, 0 KommentareDesign Thinking Startup:
Ein Unternehmen aus dem Reagenzglas

Zuerst das Geld, dann die Idee - das Design Thinking Startup will innert zehn Monaten eine Geschäftsidee für ein funktionierendes Jungunternehmen finden.

Creative Reframing (2 von 2): 4 Suchstrategien für (Startup-)Ideen

29.9.2011, 0 KommentareCreative Reframing (2 von 2):
4 Suchstrategien für (Startup-)Ideen

Startups machen sich mit innovativen Ansätzen an die Lösung bestehender Probleme. Unser Gastautor verrät vier Methoden, die bei der Suche nach neuen Ideen helfen.

Drei frische Geschäftsideen: Trunkclub, Meet & Seat und lagernperpost.de

11.1.2012, 0 KommentareDrei frische Geschäftsideen:
Trunkclub, Meet & Seat und lagernperpost.de

Drei neue Geschäftsideen aus dem Ausland: Kleiderversand für Shoppingmuffel, Social-Media-Matching und ein Mietlager-Modell, das per Post funktioniert.

Drei frische Geschäftsideen: UPcload, Make Me A Holiday, Ruma

13.12.2011, 0 KommentareDrei frische Geschäftsideen:
UPcload, Make Me A Holiday, Ruma

Drei neue Geschäftsideen aus dem Ausland: Eine Lead-Plattform für Reisen, ein Onlineshop-Tool für Kleidereinkäufe und ein Franchise-System für Prepaid-Mobilfunk.

Erst schauen, dann entwickeln: Geschäftsideen unkompliziert testen

30.11.2011, 3 KommentareErst schauen, dann entwickeln:
Geschäftsideen unkompliziert testen

Geschäftsideen online testen: Mit einfachen Tools lassen sich Startup-Ideen risikofrei im Voraus erproben.

Guy Kawasaki: Gute Ideen für den Start

23.1.2012, 0 KommentareGuy Kawasaki:
Gute Ideen für den Start

Guy Kawasakis «The Art of the Start» ist eines der beliebtesten Gründer-Bücher. Wir fassen die fünf Kernpunkte zusammen.

Startup Gurus: Weisheit aus Übersee

26.11.2010, 1 KommentareStartup Gurus:
Weisheit aus Übersee

Auf Startwerk haben wir schon verschiedentlich grosse Namen aus Übersee zitiert. Eine kurzes Who is Who.

Selbstkontrolle: Computerprogramme zur Produktivitätsförderung

23.11.2010, 0 KommentareSelbstkontrolle:
Computerprogramme zur Produktivitätsförderung

Es gibt Software, die einem von möglichen Ablenkungen fernhält. Für alle, die Facebook am Durchbruch hindert.

Recht für Startups: Effizientes Inkasso

5.1.2012, 0 KommentareRecht für Startups:
Effizientes Inkasso

Kunden, die nicht zahlen, sind der Albtraum jedes Unternehmens. Unser Gastautor verrät, wie Startups sich schützen können.

Marketing für Startups: Telefonakquise vs. Adwords

14.12.2011, 0 KommentareMarketing für Startups:
Telefonakquise vs. Adwords

Telefonakquise klingt nach letztem Jahrhundert, hält aber für B2B-Startups gegenüber Adwords einige Vorteile bereit. Unser Gastautor liefert fünf Tipps zum erfolgreichen Telefonieren.

Sales und Marketing: Als Startup im Verkaufsprozess überzeugen

14.6.2011, 0 KommentareSales und Marketing:
Als Startup im Verkaufsprozess überzeugen

Als Startup muss man, angesichts einer etablierten Konkurrenz, im Verkaufsgespräch besonders überzeugen können. Unser Gastautor nennt dazu drei Wege.

Nviso: Marktforschung per Webcam

4.2.2010, 0 KommentareNviso:
Marktforschung per Webcam

Nviso will die Marktforschung automatisieren. In Zukunft sollen sich emotionale Reaktionen durch eine Kamera direkt vom Gesicht des Kunden ablesen lassen.

Startup-Erfolg: Wissen, was die Kunden wollen

29.7.2009, 3 KommentareStartup-Erfolg:
Wissen, was die Kunden wollen

Ohne Marktforschung herauszufinden, was die Kunden wollen, ist schwierig, für Startups aber zentral: Die Käufer sollen vor den Läden campieren...

Make or Buy, Offshoring: Was Startups beim Outsourcing beachten sollten

30.9.2010, 4 KommentareMake or Buy, Offshoring:
Was Startups beim Outsourcing beachten sollten

Im Startup-Diary aus New York schreibt Phil Reichen über Pixables Erfahrungen mit Outsourcing. Fazit: Kostenersparnisse können zum Bumerang werden.

Gründer-Fragerunde: Tipps für die Produktentwicklung

15.3.2010, 0 KommentareGründer-Fragerunde:
Tipps für die Produktentwicklung

Kundenorientiertes Design, Outsourcing, Feature-Overkill: Erfahrungen zu Strategien und Schwierigkeiten mit denen Startups konfrontiert sind.

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.