Arbeitsteilung und Spezialisierung:
Was gute Teams ausmacht

Gerade für Startup-Teams aus Allroundern ist Arbeitsteilung wichtig – Ausnahmen bestätigen die Regel.

Von Priska Schoch, GRYPS Offertenportal

Für meine Geschäftspartnerin Gaby Stäheli war klar, dass sie das Projekt Startup nicht als Einzelkämpferin angehen wollte, sondern einen Sparringpartner brauchte mit dem sie sich austauschen konnte.

Da wir schon bei einem grossen IT-Unternehmen unter anderem im Job-Sharing ein 18-köpfiges Verkaufsteam leiteten und dabei so manche Krise und Stresssituation erfolgreich gemeistert hatten, wussten wir, dass unsere Zusammenarbeit stress- und krisengeprüft war. Also kam im Frühjahr 2009 Gaby auf mich zu und gewann mich für ihre Geschäftsidee.

Ausschlaggebend war also nicht, dass wir beide gerne Skifahren oder Tanzen oder es gut im Ausgang haben, was in Bezug auf eine geschäftliche Zusammenarbeit gar nichts heissen mag. Vielmehr waren es für uns die gut aufeinander abgestimmte Arbeitsweise im Geschäftsleben, sowie die übereinstimmende Einstellung zur Geschäftsethik. Wir kennen unsere Stärken und Schwächen und wissen mit ihnen umzugehen. Durch die richtige Verteilung der Aufgaben sind wir effizient und jede kann sich vorwiegend auf Arbeiten konzentrieren, die sie gerne und gut macht. Schliesslich ist eine technische Person nicht zwingend ein guter Verkäufer und die beste Innovation nutzt nichts, wenn sie nicht erfolgreich unter die Leute gebracht werden kann.

Wir benötigen für unser Startup die Funktionen Sales, Marketing, Technik und Operation. Sales sind wir beide. Gaby hatte mehr Erfahrung mit dem Schreiben von Pressetexten und Social Media und übernahm deshalb den Bereich Marketing. Ich liebe von jeher schon Zahlen und war somit gesetzt für die Finanzen und damit für den Operation Bereich. Da blieb noch die Technik.

Ursprünglich war geplant, die Plattform extern entwickeln zu lassen und baldmöglichst einen Spezialisten dafür einzustellen. Doch glücklicherweise besann sich Gaby wieder auf ihr Informatikstudium und nutzte die Sommerferien dafür, sich in Webdesign auszubilden und entwickelte GRYPS schliesslich selbst während vielen langen Nächten – die Tage gehörten schliesslich der Familie und dem früheren Job. Natürlich haben wir uns punktuell Unterstützung von Spezialisten geholt. Langfristig möchten wir für die Plattform-Entwicklung und Wartung jedoch jemanden einstellen. So sind die vier Bereiche nun aufgeteilt, trotzdem arbeiten wir natürlich übergreifend.

In der Rubrik Startup-Diary schildern Jungunternehmer wöchentlich, mit welchen praktischen Problemen sie in ihrem Gründeralltag konfrontiert werden und welche Lösungsansätze sie gefunden haben.
Wir tauschen uns viel aus, übernehmen Arbeiten aus dem anderen Bereich, machen was halt am dringendsten anfällt. Allerdings war die Festlegung und Vergabe der einzelnen Bereiche sehr wichtig, denn nur dank dieser Klärung konnten wir sicherstellen, dass alle Funktionen abgedeckt sind.

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