Venture Kick:
130’000 Franken
für Mirasense und Proteomedix

Jan Rothenberger, 11. März 2010 10:22 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Eine Scantechnologie für Strichcodes und ein neues Diagnoseverfahren für Krebs: Venture kick unterstützt zwei Startups mit einem Förderbeitrag von 130′000 Franken.

Mirasense: Leistungsfähige Barcoderscanner
Mirasense: Leistungsfähige Barcoderscanner

Dass ETH-Absolventen bei Förderwettbewerben meist gut dabei sind, zeigt auch die jüngste Endrunde von Venture Kick. Zwei ETH-Spinoffs haben das Rennen gemacht.

Die Mirasense-Gründer Robert Adelmann, Christian Floerkemeier, Samuel Müller und Christof Roduner haben eine Softwarelösung entwickelt, die den bisherigen Barcodescannern einiges voraus hat. Glaubt man dem Team, ist die Bilderkennung deutlich robuster und schneller als bei bisherigen Programmen und kann sogar mit Laserscannern konkurrieren. So hat das digitale Auge beispielsweise kein Problem mit dem Entziffern von unscharfen Bildern, wie sie durch Verwackeln oder fehlenden Autofokus zustande kommen.

Mit Mirasense wollen die Gründer einerseits diese Technologie vermarkten, und sie etwa per Lizensierung verfügbar machen. Gleichzeitig will das Unternehmen mit eigenen, plattformübergreifenden Smartphoneapps im Endkonsumentenmarkt einsteigen. Anwendungen der Barcodescannings seien dabei in der ganzen Warenkette denkbar, sagt Samuel Müller, Geschäftsführer der im November gegründeten Firma. Das Preisgeld wollen die Gründer jetzt in die Vermarktung ihrer Software stecken.

Mirasense wurde vor wenigen Tagen von Venture Kick mit der dritten Stufe an Unterstützungsfinanzierung ausgezeichnet und wird zu den 10′000 und 20′000 Franken der ersten beiden Runden einen weiteren Beitrag von 100′000 Franken erhalten.

Proteomedix, dass auch schon in beim Venture Case zusammen mit Mirasense angetreten war, machte ebenfalls das Rennen. Die Gründer sind Ralph Schiess und Christian Brühlmann, die bereits bei bei Venture 2010 eine Auszeichnung für ihr Biotechunternehmen erhalten haben. Proteomedix basiert auf einer Innovation, die sich in Zukunft positiv auf die Behandlung krebskranker Menschen auswirken könnte. Mit einer Methode zum Aufspüren von speziellen Biomarkern will das Team die Frühdiagnose  verschiedener Krebsarten einfacher und verlässlicher machen. Die bisherigen Tests sind oft ungenau, und eine hohe Anzahl von false positves bewirkt zusätzlichem Stress für die Patienten. Denn um eine im Nachhinein oft unnötige Gewebeentnahme zur Klärung führt bei diesen Fällen bislang kein Weg herum; diese sind jedoch teuer und oft schwierig für den Patienten. Mit neuen Bluttests will Proteomedix hier Abhilfe schaffen. Erstes Produkt des Biotechstartups ist ein Test zur Früherkennung von Prostatakrebs.

Venture Kick ist eine Initiative privater Geldgeber. Jungunternehmer haben die Möglichkeit über einem dreistufigen Prozess bis insgesamt 130’000 Fr. für ihr Startup zu bekommen. Dafür müssen sie in jeder Runde vor einer Expertenjury den Stand ihres Projekts darlegen. Die Sieger der ersten Runde erhalten 10’000 Franken, um ihre Idee auszuarbeiten. Das Fördergeld der zweiten Runde (20’000 Franken) soll in die Entwicklung des Business Cases investiert werden. Jungunternehmer, welche die Jury in der dritten Runde überzeugen können, erhalten 100’000 Fr. Startkapital für ihr Startup. Zwischen den Präsentationen in der ersten und der zweiten Runde dürfen maximal drei, zwischen der zweiten und dritten maximal sechs Monate verstreichen. In dieser Zeit werden die Jungunternehmer in den Kickers Camps bei der Weiterentwicklung ihrer Startups von erfahrenen Unternehmern unterstützt. Hinter Venture Kick stehen in der Pilotphase die Ernst Göhner Stiftung, die Gebert Rüf Stiftung, die OPO Stiftung und die Avina-Stiftung.
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