Webrepublic:
Die richtigen Worte finden für Google

Jan Rothenberger, 26. Januar 2010 07:42 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Suchmaschinenmarketing: Die Webrepublic versucht mit den Argumenten Google-Erfahrung und Full-Service den Markt zu erobern.

Seit August ist die Webrepublic als Agentur für SEM im Geschäft, hat aber erst seit wenigen Tagen eine richtige Webseite. Dabei hat sie bereits jetzt ein Kundenportfolio in dem etwa Manor, die SBB oder Orell Füssli vorkommen. Wie geht das?

Einerseits brachte Gründer Tom schon ein solides Netzwerk mit, andererseits setzt die Firma konsequent auf Verbreitung über Mundpropaganda.

Angefangen hat die Webrepublic mit zwei Leuten: Thomas Hanan und Tobias Zehnder. CEO Tom war der erste Schweizer Googler und hat die Vertriebsseite für Google Schweiz und Österreich und das Zürcher Office mitaufgebaut. Was unter anderem hiess, eine erste Fuhre von Büromöbeln von der Ikea für die zukünftigen Büros heranzuschaffen. Tom arbeitete sechs Jahre für die Sales-Abteilung von Google, vorher leitete er Yahoo Schweiz. Tom und Tobias lernten sich 2007 kennen, als dieser ein Praktikum bei Google machte. Er hat ausserdem seine Lizarbeit über Onlinewerbung geschrieben und für Zed digital gearbeitet, woher er die Agenturenlandschaft aus eigener Erfahrung kennt. Vor gut einem Jahr, als er gerade seine Prüfungen abgeschloss, bekam er dann eines Morgens ein SMS von Tom mit der Frage: “Kaffee?”

Kein fixer Businessplan

Daraus entstand das Projekt einer Online-Marketing-Agentur. Beim Start im August setzten die beiden ausschliesslich auf ihr Fachwissen und Toms Netzwerk.  Sie legten los ohne einen fixen Businessplan und entscheiden auch jetzt noch viel aus dem Tagesgeschäft heraus. “Wir entwickeln uns auf täglicher Basis”, sag Tobias dazu. Darum sei auch noch offen, wo man in einem Jahr stehe. Im Moment setzen sich die Kunden aus grossen und kleinen Firmen gleichermassen zusammen, woran die Gründer zurzeit nicht rütteln wollen. Grössere Projekte mit mehr Traffic und spezifischen Anforderungen seien für sie genauso interessant wie kleinere Aufträge mit mehr Kreativarbeit.

Umfassend beraten und proaktiv Lösungen suchen, das soll laut den Gründern die Dienstleistung von Webrepublic sein. Damit und durch ihre Unabhängigkeit von Google will sich die Webrepublic vom Service unterscheiden, den die Suchmaschine selber ihren Werbekunden bietet.

Statistische Detektivarbeit

Vom Prozess her ist eine SEM-Kampagne folgendermassen aufgebaut: Am Anfang eines Auftrags steht immer die Analyse des Produkts und eine Recherche darüber, wie es im Internet gesucht werden könnte. Anschliessend schlägt die Agentur ein Keyword-Portfolio vor, das sich für das jeweilige Budget bei Google platzieren lässt und möglichst gute Resultate – also Klicks – verspricht. Zur Beratung dazu gehört auch die passende Verlinkung auf entsprechend designte Landingpages und ein Konzept zur richtigen Präsentation des Produkts – immer ausgehend vom Suchverhalten der Kunden.

Nach Aufsetzen und Lancierung einer Kampagne kommt in der Betreuung dem Nachjustieren der Adwords anschliessend die eigentliche Detektivarbeit. Das Team beobachtet mit Statistiktools die Ausbeute der verwendeten Keywords und bessert nach wo es nötig ist. Zum Beispiel wenn es eine veränderte Konkurrenzsituation oder andere Faktoren verlangen. Die Republik im Namen ist Teil des Programms. Das Unternehmen hat enge Partnerschaften mit mehreren Dienstleistern im Onlinebereich, vom Webdesigner bis hin zum Werbetexter. Diese “Webrepublikaner” werden von Tom und Tobias im Kundenkontakt ins Gespräch gebracht und helfen dabei, gleich Gesamtlösungen anzubieten.

Seit wenigen Tagen ist das Team zu sechst. Hinzugekommen sind ein Account Manager, zwei Teilzeitstellen im Kampagnensetup- und Management in Fremdsprachen und ein Mitglied des Verwaltungsrats als Leiter des Engineerings. Nach und nach wollen die Gründer das Online-Marketing „in alle Richtungen erweitern“, hin zu Usability-Analyse, Suchmaschinenoptimierung, Banner-Kampagnen, Site Analytics und weiteren Services.

Weiterempfehlen

Mehr lesen

Andreas von Bechtolsheim: Von der deutschen Provinz an den Hightech-Nabel der Welt

13.8.2009, 0 KommentareAndreas von Bechtolsheim:
Von der deutschen Provinz an den Hightech-Nabel der Welt

Andreas von Bechtolsheim ist schon lange dabei im Silicon Valley. Im Interview mit Cicero spricht er über seine Laufbahn.

Aiducation International: Unterstützung für Kenias Schüler

16.7.2009, 1 KommentareAiducation International:
Unterstützung für Kenias Schüler

Aiducation International vergibt Stipendien an besonders begabte Schüler in Kenia. Mit diesen Geldern wird den Geförderten der Zugang zum Gymnasium finanziert.

Software as a Service: Die Kultur als Bremser

29.6.2009, 1 KommentareSoftware as a Service:
Die Kultur als Bremser

Cloudcomputing-Experte Andreas Von Gunten erklärt, warum sich Software als Dienstleistung durchsetzen wird.

Gründer-Fragerunde: Was waren die besten Marketingentscheidungen?

3.3.2010, 0 KommentareGründer-Fragerunde:
Was waren die besten Marketingentscheidungen?

Best practices: Startwerk hat Gründer nach ihren Erfahrungen im Marketing gefragt. Was war ihre beste Entscheidung?

Genepartner: Partnersuche via Reagenzglas

23.2.2010, 0 KommentareGenepartner:
Partnersuche via Reagenzglas

Biologische Attraktivität hängt vom Erbgut ab. Den Vergleich per Test hat das Startup Genepartner als Geschäftsmodell für sich entdeckt.

My Swiss Chocolate: Personalisierte Schokolade  aus dem Webshop

22.2.2010, 2 KommentareMy Swiss Chocolate:
Personalisierte Schokolade aus dem Webshop

Die Schweizer Version von My Muesli - Schokolade nach Wunsch zusammenstellen. Beim Marketing setzt man auf die Spezialzutat Social Media.

Papernow: E-Publishing und soziales Netzwerk

5.3.2010, 2 KommentarePapernow:
E-Publishing und soziales Netzwerk

Ein Schweizerisch-Indisches Startup will mit einer Onlineplattform für Printmedien die Verlagsbranche retten.

Coguan: Marktplatz für Onlinewerbung und SAAS

21.1.2010, 1 KommentareCoguan:
Marktplatz für Onlinewerbung und SAAS

Coguan ist ein Marktplatz für Onlinewerbung. Das Spinoff von ETH und HSG hat sich dafür aber den Spanischen Markt ausgesucht.

Supertext: (Super-)Worte auf Bestellung

17.9.2009, 1 KommentareSupertext:
(Super-)Worte auf Bestellung

Supertext AG ist die erste Online-Textagentur der Schweiz. Ihre Mitarbeiter geben Texten den letzten Feinschliff, übersetzen sie bei Bedarf, oder schreiben gleich selber einen.

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.