Exthanded:
Verlängerter Arm ins Filmgeschäft

Jan Rothenberger, 20. Januar 2010 07:30 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Die Steadicam für jedermann: Als innovatives Kamerastativ will Exthanded eine Marktlücke schliessen.

Alte Binsenweisheit: Nur wenn man einen echten Bedarf entdeckt hat, kann ein tragfähiges Geschäft mit einem passenden Produkt enstehen. Dass dabei jedes bisschen Insiderwissen Gold wert ist, zeigt das Beispiel des Studentprojekts Exthanded. Dass viel Detektivarbeit beim Suchen der richtigen Lösung nötig ist aber auch.

Vom Hobby zur Idee

Maria Tarcsay ist Hobbyfilmerin und engagiert sich beim studentischen Hochschulfernsehen Unitedvisions. Als bei einer interdisziplinären Projektplattform eine Produktidee gefragt war, lag es für sie nahe, etwas im Bereich Filmtechnik zu machen. Im Team mit ihrem Mitstudenten Marco Stoffel in Maschinenbau an der ETH und Christian Looser aus der Fachrichtung Industrial Design an der ZHDK entstand die Idee, eine neuartige Kameraführungshilfe zu designen. Die Entwicklung fand im Rahmen einer Masterarbeit im Swiss University Innovation Project (SUIP) statt, einer Kooperation der beiden Hochschulen.

Anklopfen bei der Zielgruppe

Die Bedarfsklärung ging das Trio vom Start weg sehr systematisch an. Auf der Suche nach Informationen aus der Praxis starteten sie eine Umfrage bei einer breiten Auswahl von potientiellen Kunden: Filmstudenten, Hobbyfilmer, Kameraleute beim Schweizer Fernsehen, Freischaffende – und gleichmassen Profis wie Amateure. Für den frühen Produktentwurf gab es durchwegs positives Feedback. Die Idee: Ein Kameraschwebestativ. Als künstliche Armverlängerung lassen sich damit Aufnahmen aus besonderen Perspektiven machen. Eine eingebaute Feder- und Luftdämpfung sorgt dafür, dass das Ganze auch in Bewegung möglich ist.

Stetige Erweiterung des Marktes

Die momentane Marktentwicklung im Bereich Camcorder ist zentraler Teil der Produktausrichtung für das Exthanded-Team. Stetig fallende Preise für immer ausgereiftere Kameraprodukte erweitern laufend die Möglichkeiten von nicht-professionellen Filmern. Zusatzausrüstung ist dabei aber nach wie vor oft teuer, da sie auf das Profi-Segment zielt. Wer ambitioniert Filmen will, sich aber solches nicht leisten kann, stösst darum bald an die Grenzen des Umsetzbaren, besonders im Kreativbereich.

Diese Lücke wollen Maria und ihre Kollegen mit ihrem Stativ schliessen. Mit einem massiv geringeren Preis als High-End-Produkte aus der Filmindustrie wie zum Beispiel der Steadicam wird das System auch für kleinere Produktionsfirmen interessant. Mögliche Abnehmer sind etwa Hersteller von Snowboard-Videos, die auch schon Interesse bekundet haben.

Die Entwicklung von Exthanded bei der Masterarbeit startete 2007. Seither wurde das Produkt in einem iterativen Prozess anhand von Feedback und Tests mehrfach weiterentwickelt. 2008 gewann das Team einen Dyson-Award mit Exthanded. Neben den 10’000 Franken Preisgeld, das Maria und ihre Kollegen für Patentkosten und weitere Entwicklung ausgegeben haben, war damit auch schon Aufmerksamkeit generiert. Das Team hatte noch keine Hersteller angegangen, bekam aber zu dieser Zeit schon mehrere Anfragen.

Nächster Milestone für Exthanded ist die Firmengründung, die geplant ist für Februar. Daneben ist man zurzeit auf Investorensuche. Eine erste Serie von mehreren Stativen soll demnächst produziert werden und an verschiedene Interessenten gehen, zum ausführlichen Praxistest.

Längerfristiges Ziel ist, auch nach dem Launch von Exthanded im Bereich Filmequipment zu bleiben, meint Maria. Sie kann sich gut vorstellen, weitere Ausrüstung zu entwickeln, bis hin zu einer ganzen Produktfamilie.

Dieser Text ist mir was wert:

Weiterempfehlen

Mehr lesen

Open Source Awards: Buchhaltung leicht gemacht

2.9.2010, 0 KommentareOpen Source Awards:
Buchhaltung leicht gemacht

Gestern Mittwoch wurden in Zürich die CH Open Source Awards vergeben. In der Kategorie Business Case teilt sich Run my Accounts den ersten Platz mit Doodle.

Förderwettbewerbe: Neuer Startup Award 2010

11.5.2010, 0 KommentareFörderwettbewerbe:
Neuer Startup Award 2010

Insgesamt 250'000 lassen sich ergattern bei einem neuen Businessplanwettbewerb von Startups.ch.

In eigener Sache: Startwerk hat Award für Schweizer Websites gewonnen

10.2.2010, 1 KommentareIn eigener Sache:
Startwerk hat Award für Schweizer Websites gewonnen

Startwerk.ch gehört laut Anthrazit.org zu den "200 besten Websites der Schweiz".

Fontself: Das Design sozialer  Netzwerke personalisieren

20.4.2010, 0 KommentareFontself:
Das Design sozialer Netzwerke personalisieren

Das social web optisch personalisieren: Fontself lässt die Benutzer Schriften und Emoticons selber gestalten und einbinden.

Goldene Maus 2010: 30\'000 für die beste Bildungsapp

23.3.2010, 0 KommentareGoldene Maus 2010:
30'000 für die beste Bildungsapp

Die "Goldene Maus 2010" und 30'000 Franken winken dem Entwickler des besten Smartphone-Bildungsprogramms.

Startup-Diary: Scheinbar unscheinbare Details

21.12.2009, 0 KommentareStartup-Diary:
Scheinbar unscheinbare Details

Persönliche Erscheinung und Corporate Identity sind nicht zu trennen und zentral für ein professionelles Auftreten, meint Opia-Gründerin Claudia Desax.

Serie Bootstrapping: Gründen mit wenig Ressourcen

23.8.2010, 2 KommentareSerie Bootstrapping:
Gründen mit wenig Ressourcen

Auftakt zur neuen Serie auf Startwerk - Bootstrapping oder: Wie gründet man ein Unternehmen ohne viel Geld?

\

11.6.2010, 0 Kommentare"Don't worry, be crappy":
Overengineering vermeiden und auf Kunden konzentrieren

Damit Geschäftsideen nicht an der Realität scheitern, gibt es nur eines: Kundenfokus. Einige Links zum Thema.

Feedback und Marketing: Was man jeden Kunden fragen sollte

31.5.2010, 1 KommentareFeedback und Marketing:
Was man jeden Kunden fragen sollte

Feedback einholen und nachhaken zur Kundenzufriedenheit gehört zur Produktentwicklung. 5 Leitfragen für Unsichere.

Venture 2010 an der ETH: Das sind die Gewinner

21.5.2010, 0 KommentareVenture 2010 an der ETH:
Das sind die Gewinner

Fünf Businesspläne hat der Förderwettwerb Venture 2010 prämiert. An der Spitze landete eine intelligente Sonnencreme.

Venture Kick: Je 20\'000 Franken  für Habtronics und F-Gen

6.5.2010, 0 KommentareVenture Kick:
Je 20'000 Franken für Habtronics und F-Gen

Bewegungstherapie und Biokatalysatoren. Zwei Startups aus der Life-Science haben gestern die zweite Stufe von Venture Kick passiert.

Simply Paper: Augmented Reality zum Zusammenfalten

9.2.2010, 0 KommentareSimply Paper:
Augmented Reality zum Zusammenfalten

Ein Spinoff der ETH Lausanne setzt dem Trend immer dünnerer Bildschirme und Multitouch eine neue Idee entgegen - Papier als Display.

SalsaDev: Suchen, finden und SAASen

22.6.2010, 0 KommentareSalsaDev:
Suchen, finden und SAASen

Konzepte statt Keywords - ein Genfer Startup hat eine Suchmaschine entwickelt, die gerade vor grossen Texten keine Angst hat.

Trekksoft, Bus2alps, Outdoor Interlaken: Von Zielgruppen und Webplattformen

10.6.2010, 2 KommentareTrekksoft, Bus2alps, Outdoor Interlaken:
Von Zielgruppen und Webplattformen

Jungunternehmer Philippe Willi erklärt Trekksoft, eine Buchungsplattform für Outdoor-Aktivitäten, und wie er zum Gründer im Tour-Operator-Geschäft wurde.

Feedback und Marketing: Was man jeden Kunden fragen sollte

31.5.2010, 1 KommentareFeedback und Marketing:
Was man jeden Kunden fragen sollte

Feedback einholen und nachhaken zur Kundenzufriedenheit gehört zur Produktentwicklung. 5 Leitfragen für Unsichere.

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.