Startup-Diary:
Wie Usekit an den Start ging

Gastautor, 13. Januar 2010 12:00 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Welche Fragen sind bei einer Firmengründung als erste zu klären? Usekit-COO Eric Fischer erzählt, nach welchen Kriterien sich sein Unternehmen entschieden hat.

Von Eric Fischer, Usekit

Jeder angehende Unternehmer kommt früher oder später an den Punkt, wo er sich mit dem Thema der effektiven Firmengründung auseinandersetzen muss; so auch bei useKit. Uns hat das Thema eigentlich das ganze Jahr 2009 immer mal wieder beschäftigt, bevor wir dann im November die useKit AG gegründet haben. In meinem heutigen Post möchte ich ein paar Fragen und Probleme darstellen über die wir gestolpert sind.

Grundsatzentscheidungen

Am Anfang standen die Fragen nach Rechtsform (GmbH oder AG), Eigenkapital, Standort und Zeitpunkt der Gründung im Raum und damit verbunden auch Fragen zum Prozess („Welcher Notar betreut uns?“) und zur rechtlichen Gestaltung unserer Firma (Statuten, Aktionärsbindungsvertrag etc.).
Als Grundlage für Entscheidungen sollte bekanntlich ein möglichst detaillierter Businessplan dienen; aus diesem lassen sich schon etliche Punkte ableiten.

Keine halben Sachen
Schnell wurde klar, dass für uns nur die Rechtsform der Schweizer Aktiengesellschaft (AG) in Frage kommt. Wir wussten von unseren Planungen, dass wir ohnehin mehr als 100.000 Franken an Eigenkapital benötigen würden, daher spielte einer der entscheidenden Unterschiede, das minimal einzuzahlende Eigenkapital (GmbH 20.000 Franken und AG 100.000 Franken), für uns keine Rolle. Darüber hinaus waren die bessere Akzeptanz im Geschäftsverkehr, die einfachere Beteiligung dritter und nicht zuletzt das Signal gegenüber potentiellen Investoren für uns die ausschlaggebenden Argumente für die Gründung einer AG. Aus bilanzrechtlichen Gründen ist es nicht sinnvoll, mehr Eigenkapital einzubringen, als gesetzlich gefordert ist.

Standort und Administration
Der Standort mag auf den ersten Blick eine klare Entscheidung sein. Man sollte jedoch im Hinterkopf behalten, dass es lokale Förderprogramme der Kantone und auch der Kantonalbanken gibt, die sich erheblich unterschieden können und damit bei einer Standortentscheidung wichtig sind. Bei uns war allerdings immer klar, dass unser Standort Basel ist und bleiben sollte.
Ein wichtiger Punkt ist sicher das Timing und ich bin mir im Nachhinein nicht sicher, ob unsere Vorgehen da ganz perfekt war.  Wir haben die rechtliche Firma erst zu einem späten Zeitpunkt gegründet, da es bei uns keine grösseren Investitionen gab und die laufenden Kosten von der überschaubaren Gruppe der zwei Gründer getragen wurden. Unsere Motivation war, dass wir uns den administrativen Aufwand der Firmenführung sparen wollten.

Der richtige Rechtsbeistand

Für die eigentliche Gründung haben wir uns nach umfangreichen Recherchen dann gegen die Möglichkeit einer Gründung über das Internet (zum Beispiel netnotar.ch) entschieden und für den Notar des Vertrauens vor Ort. Die unklaren Preismodelle im Internet und die fehlende persönliche Betreuung waren dafür die Hauptgründe. Ich würde das auch wieder so machen, die Gründung lief völlig problemlos und vor allem zu vergleichbaren Kosten wie bei einem Internetanbieter.

In der Rubrik Startup-Diary schildern Jungunternehmer wöchentlich, mit welchen praktischen Problemen sie in ihrem Gründeralltag konfrontiert werden und welche Lösungsansätze sie gefunden haben.
Die Statuten haben wir sehr einfach gehalten und uns möglichst wenig eingeschränkt, aus unserer Sicht enorm wichtig war ein vernünftiger Aktionärsbindungsvertrag der die Details zwischen den Gründern erschöpfend regelt – gerade das ist ein Punkt, dessen Wichtigkeit oft unterschätzt wird.

Dieser Text ist mir was wert:

Weiterempfehlen

Mehr lesen

Browser-Plugins für useKit: Reagieren auf Kundenwünsche

18.6.2010, 0 KommentareBrowser-Plugins für useKit:
Reagieren auf Kundenwünsche

Die Bereitschaft zum permanenten Überdenken eigener Ideen führt zu besserer Nutzbarkeit - und das oft mit wenig Entwicklungsaufwand.

Software und Tools: Massgeschneiderte Finanzbuchhaltung

5.5.2010, 8 KommentareSoftware und Tools:
Massgeschneiderte Finanzbuchhaltung

Selber machen ja oder nein, und wenn ja mit welchen Tools arbeiten? Eric Fischer zu seinen Entscheidungen über Buchhaltung und dazugehöriger Software.

Startup-Diary: Domaingrenzen mit JSONP überschreiten

25.11.2009, 0 KommentareStartup-Diary:
Domaingrenzen mit JSONP überschreiten

Eric Fischer erklärt, wie ein Quasi-Hack die Entwicklung von Usekit massgeblich voranbrachte.

Der Schritt zur Gründung: Welchen Firmenmantel überziehen?

26.5.2010, 0 KommentareDer Schritt zur Gründung:
Welchen Firmenmantel überziehen?

Eine Firmengründung mit allen rechtlichen Konsequenzen schützt unter anderem vor bösen Überraschungen im Fall eines Konflikts unter den Gründern.

Teamfindung: Die richtigen Mitgründer

3.2.2010, 0 KommentareTeamfindung:
Die richtigen Mitgründer

Wenn die Geschäftsidee einmal da ist, kommt eine Frage immer gleich an nächster Stelle: Mit wem lässt sich das umsetzen?

Konjunkturstatistik: Durchwachsenes Jahr für Neugründungen

30.12.2009, 0 KommentareKonjunkturstatistik:
Durchwachsenes Jahr für Neugründungen

Die Zustand der Schweizer Konjunktur spiegelt sich in den Gründungen und Konkursen 2009. Dabei sanken die Neugründungen jedoch weniger stark als erwartet.

Serie Bootstrapping: Gründen mit wenig Ressourcen

23.8.2010, 2 KommentareSerie Bootstrapping:
Gründen mit wenig Ressourcen

Auftakt zur neuen Serie auf Startwerk - Bootstrapping oder: Wie gründet man ein Unternehmen ohne viel Geld?

Startup-Diary: Richtig Gründen am richtigen Ort

23.7.2010, 3 KommentareStartup-Diary:
Richtig Gründen am richtigen Ort

Am Anfang jedes Startups steht die Gründung mit den dazugehörigen rechtlichen Finessen. In seinem ersten Startup-Diary teilt Marcus Kuhn seine Erfahrungen und gibt Tips.

Pro und Contra der Preseed-Starthilfe: Ist HackFwd ein schlechter Deal?

16.6.2010, 0 KommentarePro und Contra der Preseed-Starthilfe:
Ist HackFwd ein schlechter Deal?

Xing-Erfinder Lars Hinrichs hat ein Finanzierungsprogramm für Geek-Startups aufgelegt. Wir fragen, für welchen Gründertyp es sich eignet.

Überschätzt und oft sinnlos: 5 Argumente gegen NDAs

7.4.2010, 1 KommentareÜberschätzt und oft sinnlos:
5 Argumente gegen NDAs

Geheimhaltungsvereinbarungen bringen unnötigen Aufwand und sind nicht selten sogar kontraproduktiv. Die Mühe sollte man sich darum sparen.

Geistiges Eigentum II/II: Wann lohnt sich ein Patent?

2.2.2010, 0 KommentareGeistiges Eigentum II/II:
Wann lohnt sich ein Patent?

Patentschutz und Unternehmertum: Was ist zu beachten bei der Verwertung eines Patents? Teil zwei unseres Überblicks zum Thema.

Geistiges Eigentum I/II: Die wichtigsten Fragen zum Patentrecht

29.1.2010, 0 KommentareGeistiges Eigentum I/II:
Die wichtigsten Fragen zum Patentrecht

Was sind die Basics beim Schützen von geistigem Eigentum? Teil eins unseres Überblicks zum Thema Patentrecht.

Linktipps: Motivation, 1000 True Fans  und die Zappos-Story

21.6.2010, 0 KommentareLinktipps:
Motivation, 1000 True Fans und die Zappos-Story

Was uns wirklich motiviert, wo die Startup-Szene Europas steht, warum die Wirtschaft sich zu erholen scheint und andere Links der letzten Tage.

Ordnungspolitik: Schweizer Startups gehen die Spezialisten aus

19.4.2010, 7 KommentareOrdnungspolitik:
Schweizer Startups gehen die Spezialisten aus

Schweizer Firmen, besonders Startups, haben zunehmend Schwierigkeiten bei der Rekrutierung. Übertriebener Protektionismus verschärft das Problem.

Blueark: Neuer Cleantech-Inkubator im Wallis

14.4.2010, 0 KommentareBlueark:
Neuer Cleantech-Inkubator im Wallis

Das Wallis will als Standort für Startups im Energiebereich attraktiver werden.

Alternative zur eigenen Gründung: Worauf achten bei Startup-Jobs?

17.8.2010, 1 KommentareAlternative zur eigenen Gründung:
Worauf achten bei Startup-Jobs?

Die beste Alternative zur eigenen Gründung: bei einem jungen Startup anheuern. Sechs wichtige Punkte, die es dabei zu beachten gilt.

Spontacts: Virtuelles Startup, reale Chancen

13.8.2010, 0 KommentareSpontacts:
Virtuelles Startup, reale Chancen

In seinem zweiten Startup-Diary beschreibt Christoph Seitz die Herausforderungen, denen sich ein virtuelles Startup stellen muss und gibt Tipps, wie man die Distanz überwinden kann.

Kundenwerbung und Anreize: Vorteile von Double Sided Incentives

6.8.2010, 0 KommentareKundenwerbung und Anreize:
Vorteile von Double Sided Incentives

Empfehlungsmarketing ist ein beliebtes Mittel zur Neukundengewinnung. Mit einem Trick lässt sich die Methode aber noch effektiver machen.

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.