BioVersys:
Kampf den Bakterien

Lukas Meyer-Marsilius, 18. Dezember 2009 07:32 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Von der Hightech-Forschung an der ETH zum hoffnungsvollen Startup: BioVersys entwickeln Stoffe zur Umgehung von Antibiotikaresistenzen um damit die Lebensdauer von Medikamenten zu verlängern.

Bioversys wurde 2008 von Marc Gitzinger, Marcel Tigges, Wilfried Weber und ihrem Professor Martin Fussenegger als ETH-Spin-off gegründet. Gitzinger und Tigges, beide promovierte Molekularbiologen, leiten die Firma heute, während Weber mittlerweile als Professor in Freiburg lehrt, aber wie auch Fussenegger immer noch im Advisory Board sitzt. Die Firma ist vor allem im Bereich der Forschung und Entwicklung von Medikamenten und Präparaten tätig, die herkömmliche Antibiotika stärken sollen. Sie mischen damit in einem 27-Milliarden-Dollar-Markt mit.

Resistent gegen Resistenzen

Sie konnten ein Verfahren entwickeln, um jene Stoffe unschädlich zu machen, die dafür sorgen, dass Bakterien antibiotikaresistent werden. Bekannte und bewährte Antibiotika sollen so wieder resistent und wirksam gemacht und damit ihre Lebensdauer erhöht werden. Dies erreicht Bioversys durch genaues Untersuchen der Mechanismen, die zu Resistenzen führen. So können die Forscher kleine Moleküle entwickeln, die diese umgehen und feindliche Bakteriem praktisch wehrlos machen. Ausserdem haben sie einen Wirkstoff gegen multiresistente Tuberkulose entwickelt, der bereits in der Testphase ist. Resistente oder sogar multiresistente Keime sind inzwischen ein massives Problem für das Gesundheitssystem. Sie verursachen hohe Kosten und verlangen Sondermassnahmen bis zur Isolation ausländischer Patienten in Kliniken.

Umzug nach Basel

Dafür erhielten sie von der Startup-Förderung Venture Kick dreimal Förderungsgelder in Höhe von insgesamt 130.000 Franken, sowie kürzlich den Heuberger Winterthurer Jungunternehmerpreis in Höhe von 150.000 Franken. Unterstützung erhielt man auch von ETH Transfer, der Spin-off-Unterstützung der ETH, und von KTI. Die durch den Preis erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit sollte auch dazu führen, dass mehr Investoren angesprochen werden. Auf dem Weg vom Labor zum Markt will man vermehrt mit privaten Geldgebern zusammenarbeiten und weiter Richtung Unabhängigkeit gehen. Die ersten Patente sind bereits angemeldet, und man konnte Büro und Labor nach Basel verlegen, dem bekanntlichen Zentrum der Pharmaindustrie und –forschung.

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