Startup-Diary:
Improvisieren mit Zeit und Geld

Eine plötzliche Chance tut sich auf, birgt aber auch ein gewisses Risiko – und man muss schnell entscheiden: Claudia Desax berichtet im Startup-Diary von einer solchen Situation bei Opia.

Von Claudia Desax, Gründerin Opia

“Am Anfang eines jeden Unternehmens stehen bekanntlich viele Investitionen.

Bei Opia ist dies nicht anders, und die begrenzten finanziellen Ressourcen schränken uns oftmals ziemlich ein. Klar ist, dass wir Prioritäten setzen müssen. Gleichzeitig will man aber auch auf Unvorhergesehenes vorbereitet sein. Beispielsweise kann sich eine Chance ergeben, die finanziell das geplante Budget sprenge würde. Und meistens, das haben Chancen an sich, muss man sich schnell entscheiden. Die Diskussion aller Pros und Contras, kalkulieren und genau abwägen – dafür reicht die Zeit oft nicht. So etwas erlebten wir vor kurzem.

Grosser Entscheidungsdruck ist bei uns im Tagesgeschäft zwar keine Seltenheit, aber bei dieser Gelegenheit ging es um eine für uns sehr happige Summe. Wir sollten uns innerhalb zweier Tage für oder gegen die Teilnahme an einer Messe entscheiden, welche unser Marketingbudget für das laufende Jahr deutlich sprengte und dazu noch bereits einen Monat später stattfinden würde.

Ein Kraftakt

Wir sagten schliesslich zu und schränkten im Gegenzug die weiteren Aktivitäten bis Ende Jahr ein. Der Grund für unsere Zusage war die Chance auf viele potenzielle Neukunden, die wir durch eine Veranstaltung solcher Grösse ansprechen könnten und die Gelegenheit, uns auf der Veranstaltung gemäss unserem angepeilten Image  positionieren zu können.

Organisatorisch und finanziell war der Messebesuch ein ziemlicher Kraftakt für uns. Wir hatten beispielsweise nicht alle Produkte zur Hand, die wir gerne gezeigt hätten. Ausserdem konnten wir den Standbau nicht durch eine lange Konzeptphase optimal auf unsere Bedürfnisse angepassen. In der Folge mussten wir eine Menge improvisieren.

In der Rubrik Startup-Diary schildern Jungunternehmer wöchentlich, mit welchen praktischen Problemen sie in ihrem Gründeralltag konfrontiert werden und welche Lösungsansätze sie gefunden haben.
Bereut haben wir die Teilnahme dennoch nicht. Wir hatten seit dem Messeauftritt fast jeden Tag Kontakt mit Neukunden, welche uns von der Messe her kennen. Natürlich müssen wir noch die nächsten Monate abwarten, um eine aussagekräftige Bilanz ziehen zu können. Auf jeden Fall war es jedoch eine Probe, die wir gut gemeistert haben und die uns gezeigt hat, dass wir auch unter Druck richtig entscheiden können.”

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