Startup-Diary:
Geschäften mit Freunden

Opia-Gründerin Claudia Desax musste lernen, dass die Zusammenarbeit mit Freunden unliebsame Überraschungen mit sich bringen kann.

Von Claudia Desax, Gründerin Opia

Jungunternehmer berichten aus ihrem Alltag.

In der Rubrik Startup-Diary schildern Jungunternehmer regelmässig, mit welchen praktischen Problemen sie in ihrem Gründeralltag konfrontiert werden und welche Lösungsansätze sie gefunden haben.
 ”Während der Planungsphase von Opia wurde ich von verschiedenen Seiten gewarnt, dass arbeiten mit Freunden ein Risiko darstellen kann. Ich kenne Leute die prinzipiell weder Freunde anstellen noch Aufträge an langjährige Freunde erteilen. Unsere Geschäftsidee aber baut zu einem guten Teil darauf, dass wir freundschaftliche Tipps bekommen und in Bangkok ein grosses Netzwerk haben, welches vor allem durch wohlmeinende Freunde weiter wächst.

Keine Probleme in Asien

Erstaunlicherweise hat dieses recht informelle Arbeiten in Asien bisher zu keinen nennenswerten Problemen geführt. Dies mag zum Teil an der allgemeinen Geschäftsmentalität der Asiaten liegen zum anderen daran, dass nicht alle Probleme offen angesprochen werden – Respekt gegenüber dem Geschäftspartner heisst: niemals das Gesicht verlieren.

Schwierigkeiten in der Schweiz

Anders in der Schweiz: Leider musste ich feststellen, dass auch unter Freunden das Wort nicht immer ganz gehalten wird und persönliche Vorteile bisweilen über der Freundschaft stehen können. Eigentlich ziehe ich es vor, Dinge mündlich zu regeln, und ich hielt es lange Zeit nicht für nötig, kleinere Aufträge oder Bedingungen, zu welchen mir jemand kurzfristig ausgeholfen hat, schriftlich festzuhalten. Doch ich musste lernen: Je besser man befreundet ist, desto wichtiger sind schriftliche Vereinbarungen. Nur so kann man sicher sein, dass beide Parteien in den besprochenen Punkten einig sind.

Grundsätzlich sind alle Punkte, die das Geschäftliche betreffen, schriftlich festzuhalten – für mich gilt dies grundsätzlich in West und Ost gleichermassen – Mit dem einzigen Unterschied, dass dies in der Schweiz ziemlich am Anfang geschehen muss und in Asien erst, nachdem eine freundschaftliche Basis aufgebaut ist.”

 

Mehr lesen

Startup-Diary: Persönlichkeit und Image

4.1.2010, 0 KommentareStartup-Diary:
Persönlichkeit und Image

Wie soll man seine Firma marketingmässig positionieren, was passt zur eigenen Marke? Claudia Desax erzählt, welche Antworten sie für Opia gefunden hat.

Startup-Diary: Scheinbar unscheinbare Details

21.12.2009, 0 KommentareStartup-Diary:
Scheinbar unscheinbare Details

Persönliche Erscheinung und Corporate Identity sind nicht zu trennen und zentral für ein professionelles Auftreten, meint Opia-Gründerin Claudia Desax.

Startup-Diary: Die Freundschafts-Zwickmühle

14.12.2009, 0 KommentareStartup-Diary:
Die Freundschafts-Zwickmühle

Claudia Desax stellt fest: Für das Geschäften mit Freunden ist das gleiche Mass an Professionalität gefordert wie sonst auch.

Was einem vorher niemand sagt: Die ersten Nutzer sind harte Arbeit

17.7.2013, 2 KommentareWas einem vorher niemand sagt:
Die ersten Nutzer sind harte Arbeit

Bei der Jagd nach den ersten Nutzern kann sich ein Startup weder auf Glück noch auf Launch-Publicity verlassen. Wie machten es Pinterest, Facebook & Co?

Es geht auch ohne mich: Vom Loslassen als Gründer

18.3.2013, 1 KommentareEs geht auch ohne mich:
Vom Loslassen als Gründer

Das Klischee sagt, dass ein Startup-Gründer rund um die Uhr für seine Firma verfügbar sein muss. Unser Gastautor erklärt, weshalb er damit nicht einverstanden ist und wie er als Gründer loszulassen versucht.

Startup-Kultur: No-Gos im Gründeralltag

8.8.2012, 3 KommentareStartup-Kultur:
No-Gos im Gründeralltag

Mal eine etwas andere Antwort auf die Frage «Wie ticken Startups?» Was die Kultur von Jungunternehmern ausmacht, lässt sich daran ablesen, was im Gründeralltag für Stirnrunzeln sorgen würde.

Startup-Diary: Persönlichkeit und Image

4.1.2010, 0 KommentareStartup-Diary:
Persönlichkeit und Image

Wie soll man seine Firma marketingmässig positionieren, was passt zur eigenen Marke? Claudia Desax erzählt, welche Antworten sie für Opia gefunden hat.

Startup-Diary: Scheinbar unscheinbare Details

21.12.2009, 0 KommentareStartup-Diary:
Scheinbar unscheinbare Details

Persönliche Erscheinung und Corporate Identity sind nicht zu trennen und zentral für ein professionelles Auftreten, meint Opia-Gründerin Claudia Desax.

Startup-Diary: Die Freundschafts-Zwickmühle

14.12.2009, 0 KommentareStartup-Diary:
Die Freundschafts-Zwickmühle

Claudia Desax stellt fest: Für das Geschäften mit Freunden ist das gleiche Mass an Professionalität gefordert wie sonst auch.

Wo die „hard factors“ aufhören: Über den Wert von Werten

11.7.2011, 4 KommentareWo die „hard factors“ aufhören:
Über den Wert von Werten

Vertrauen und Ehrlichkeit sind auch für Startups wichtige Werte, gerade bei der Wahl geeigneter Geschäftspartner. Wenn sie fehlen, führt das unweigerlich zu Problemen.

Ein Kommentar

  1. Bei etwas mehr als 450 umgesetzten Internetprojekten in den letzten 14 Jahren, habe ich höchstens bei 20% eine Offerte erstellt und bei maximal 5% einen schriftlichen Vertrag abgeschlossen. Zum Vorteil der Kunden und mir. Darunter waren auch 6-Stellige Projekte bei zum Teil sehr grossen Schweizer Firmen (auch Banken ;-).

    Familiengeschäfte schloss ich sehr schnell aus. Da schenkte ich eher was und mit Freunden wollte ich auch nie ins Geschäft kommen. Warum? Weil die Erwartungshaltung meist falsch ist. “Der muss mir doch das aus Freundschaft günstiger machen” und auf der anderen Seite “warum drückt er mich jetzt, er/sie ist doch ein Freund von mir?”. Eine Erklärung könnte das Märchen vom Homo oeconomicus sein.

    Dafür wurden einige Geschäftspartner zu richtig guten Freunden.

Kommentar schreiben

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.

* Pflichtfelder