Portrait:
Arik Brückner, genuiner Jungunternehmer

Simon Wüthrich, 6. Oktober 2009 12:00 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Sein erstes Geschäft machte er als Dreizehnjähriger mit Memorysticks, die er im Kollegenkreis verkaufte. Mittlerweile ist er Mitgründer eines Hightech-Startups: Arik Brückner, 19 Jahre alt.

Ich treffe Arik um 15 Uhr in einer Studentenkneipe in der Nähe der ETH – Er hat noch nicht zu Mittag gegessen. Wie wird ein Dreizehnjähriger zum Jungunternehmer? Ihm sei während eines Schulprojekts aufgefallen, dass er dank seinem Memorystick Daten, die er in der Schule bearbeitet hatte, zur Nachbearbeitung einfach mit nach Hause nehmen konnte. Keiner seiner Kollegen hatte damals einen Memorystick: “Ich hatte etwas, was die anderen nicht hatten, aber auch brauchen konnten.” Die Idee Memorysticks zu verkaufen war geboren.

Erfolgsfaktor Alter

Vorläufiger Höhepunkt in Sachen Memory-Sticks: Ein Deal mit Sunrise. Arik erklärt, er habe an einem Venture Apéro zufälligerweise den Sitzplatz neben dem Purchasing Manager von Sunrise gehabt, so sei man ins Geschäft gekommen. Dank diesem Deal hat der Jungunternehmer eine Referenz, die ihm Türen öffnet, die zuvor verschlossen waren – auch wegen seines Alters?

Sein Alter sei zu Beginn ein Nachteil gewesen. Zum einen benötigte er jemand Volljähriges, der rechtlich für die Deals geradestand. Zum anderen hätten einige potenzielle Geschäftspartner nicht mit einem Minderjährigen verhandeln wollen. Mittlerweile ist Arik auch de jure alt genug, um seine Firma PC and Mobile World zu führen. Und er glaubt, sein Alter sei in Verbindung mit den guten Referenzen heute eher ein Vorteil.

Versuch und Irrtum…

Das Wissen, welches er sich in den sechs Jahren unternehmerischer Tätigkeit angeeignet hat – “Da war viel Trial and Error dabei” – kommt ihm auch bei einem seiner neuen Projekte zugute: Multitouch.ch. Zusammen mit seinen Kollegen Thomas Steinacher und Oliver Burger will er ein multitouch-fähiges Panel auf den Markt bringen. In der ersten Runde des Venture Kick-Wettbewerbes, Venture Pitch, konnten sie die Jury von ihrer Idee überzeugen. In der zweiten Runde am 30. September hat es nicht ganz gereicht. Arik bedauert dies, lässt sich aber nicht entmutigen. Es habe Spass gemacht, sich mit anderen Jungunternehmern zu messen – und Multitouch.ch habe sich bereits Unterstützung von anderer Seite sichern können.

… Beharrlichkeit und Optimismus

Wenn etwas nicht wie gewünscht laufe, sei es wichtig, nicht gleich aufzugeben. Aus Fehlern oder Misserfolgen habe er immer auch lernen können. Beharrlichkeit und Optimismus hätten sich in solchen Situationen als unschätzbare Eigenschaften erwiesen. In diesem Zusammenhang seien seine Erfahrungen im Sport und die Lektüre von Unternehmer-Biografien, beispielsweise jene Jack Welchs, sehr wichtig gewesen: “Da habe ich gelernt, dass mit Beharrlichkeit fast alles zu erreichen ist.” Arik relativiert aber auch: “Optimismus ist sehr wichtig, man muss aber aufpassen, dass aus Optimismus nicht Naivität wird.”

Nach dem eigentlichen Interview kommt Arik auf seinen Austauschaufenthalt in Spanien zu sprechen. An den spanischen Schulen würde hauptsächlich auswendig gelernt und bis 18 seien junge Leute als – nicht ernst zu nehmendes – Kind abgestempelt, junger Unternehmergeist werde im Keim erstickt. So sei er gerne zurück in die Schweiz gekommen, denn hier würden an den Schulen kreatives, lösungsorientiertes Denken und mit zahlreichen Initiativen Jungunternehmertum gefördert. Darin sieht Arik zwei entscheidende Vorteile des Wirtschaftsstandorts Schweiz.

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