Bauanleitung für Startups:
Prozesse und Kontrolle mit Jira

Gastautor, 24. Juli 2009 10:07 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Projektplanung und -Verwaltung ist heute dank Programmen zur verteilten Prozesskontrolle wie Jira kein Problem mehr – auch in komplexen Umgebungen.

Von Dorian Selz, Nektoon

Der zeitgenössische französische Philosoph Michel Foucault definierte Organisationen als Räume kontrollierter Gewalt. Eine andere Tradition, geprägt von amerikanischen Philosophen John Dewey, sieht Organisationen als Foren der geistigen Erbauung.

Wie auch immer wir Organisationen sehen wollen, ob als Inkubatoren neuer Kulturen oder als Abbild unserer aktuellen Gesellschaft: Es herrscht weitgehend Einigkeit darüber – und auch die genannten Philosophenstimmen dem zu – dass sie künstlich geschaffen wurden und deshalb auch verändert und erneuert werden können.

Ein Gebiet, auf dem wir unsere Organisation bewusst erneuert haben, sind die Entwicklungsprozesse und die Kontrolle von Problemen. Unsere Projektmethode Scrum teilt das gesamte Vorhaben in Geschichten und Aufgaben im Zwei-Wochen-Rhythmus auf.

Früher haben wir Projekte mit gigantischen Excel-Tabellen verwaltet. Das ist keine sehr angenehme Aufgabe, vor allem nicht, wenn man ein grösseres Team zu betreuen hat. Und die Last war noch grösser für das Team, das seine Aufgaben verwalten musste.

In diesen Tagen, in denen wir das 40ste Jubiläum der Mondlandung feiern, frage ich mich immer wieder, wie die Leute das ohne Wikis und digitale Projektverwaltung geschafft haben. Heute ist das Problem gelöst – die digitale, verteilte Aufgabenkontrolle erledigt den Job. Bei Nektoon verwenden wir dazu Jira.

Jira ist das Schwesterprodukt von Confluence, unserer Wiki-Software, geschrieben von Atlassian. Wir haben uns schnell an ihr Produkt gewöhnt, nachdem die Erfahrungen mit Confluence so gut waren. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die beiden sich stark verknüpfen lassen.

Jedes Thema, jede Aufgabe, jeder Bug und jede Verbesserung wird in Jira erfasst und kann dort verfolgt werden. Auf einer Zwei-Wochen-Basis vergeben wir diese Jobs an die Teammitglieder. Sobald man mit der Arbeit an einem Problem angefangen hat, registriert man sich im entsprechenden Jira-Task. Der Fortschritt wird laufend dokumentiert und die benutzte Zeit erfasst.

Damit generieren wir eine lückenlose Datensammlung, die es uns erlaubt:

  • die Planung zu verbessern und das Ausmass der Aufgaben zu erkennen;
  • die eigentliche Implementierung zu verbessern;

Darüberhinaus ermöglicht das System

  • jedem Mitglied des Teams, die offenen Aufgaben zu sehen und
  • wem sie zugeteilt sind;
  • welches die Fortschritte sind;
  • wie effizient und wirksam wir vorwärtskommen;
  • ob wir vom Kurs abgekommen sind, und: rechtzeitig Massnahmen einzuleiten.

Der für uns relevante Teil ist die Transparenz unserer Aufgabenbeobachtung. Wir sind in der Lage, Hunderte von Aufgaben zu verwalten, die Zuständigkeiten zu verteilen und die Dinge anzugehen.

Weiterempfehlen

Mehr lesen

Bauanleitung für Startups: Eine Nation von Netzwerken

15.10.2009, 0 KommentareBauanleitung für Startups:
Eine Nation von Netzwerken

Dorian Selz fasst die Erkenntnisse seiner Serie über den Bau des skalierbaren Startups zusammen.

Bauanleitung für Startups: Wiki statt Office

10.7.2009, 2 KommentareBauanleitung für Startups:
Wiki statt Office

Ein Wiki ist für die Teamarbeit eines Startups besser geeignet als (Einzelkämpfer-) Office-Software.

Internet, Open Source & Co: Wir sind süchtig

19.6.2009, 3 KommentareInternet, Open Source & Co:
Wir sind süchtig

Wir haben uns nicht nur an das Internet gewöhnt, wir haben uns willig ausgeliefert. Das geht fast immer gut.

Bauanleitung für Startups: Eine Nation von Netzwerken

15.10.2009, 0 KommentareBauanleitung für Startups:
Eine Nation von Netzwerken

Dorian Selz fasst die Erkenntnisse seiner Serie über den Bau des skalierbaren Startups zusammen.

Bauanleitung für Startups: Irren ist menschlich, Testing nötig

7.10.2009, 0 KommentareBauanleitung für Startups:
Irren ist menschlich, Testing nötig

Testing ist nötig, wenn eine Applikation Kunden begeistern und nicht ärgern soll. Dorian schreibt über die Anstrengungen bei Nektoon, möglichst viele Fehler zu eliminieren.

Bauanleitung für Startups: Virtualisierung – wirklich keiner da...

8.9.2009, 0 KommentareBauanleitung für Startups:
Virtualisierung – wirklich keiner da...

Ganz im Stillen, ohne das der durchschnittliche User etwas davon gemerkt hätte, hat im Internet, genauer in den Server-Zentren rund um den Globus eine Revolution stattgefunden: Virtualisierung.

NZZ: Gute Zeiten  für Social Entrepreneurship

22.7.2009, 2 KommentareNZZ:
Gute Zeiten für Social Entrepreneurship

Verantwortungsbewusste Philanthropen wollen genau wissen, was mit ihren Geldern geschieht. Diese anspruchsvolle Haltung könnte den Empfängern der Hilfe zu Gute kommen.

Aiducation International: Unterstützung für Kenias Schüler

16.7.2009, 1 KommentareAiducation International:
Unterstützung für Kenias Schüler

Aiducation International vergibt Stipendien an besonders begabte Schüler in Kenia. Mit diesen Geldern wird den Geförderten der Zugang zum Gymnasium finanziert.

Bauanleitung für Startups: Wiki statt Office

10.7.2009, 2 KommentareBauanleitung für Startups:
Wiki statt Office

Ein Wiki ist für die Teamarbeit eines Startups besser geeignet als (Einzelkämpfer-) Office-Software.

Bauanleitung für Startups: Eine Nation von Netzwerken

15.10.2009, 0 KommentareBauanleitung für Startups:
Eine Nation von Netzwerken

Dorian Selz fasst die Erkenntnisse seiner Serie über den Bau des skalierbaren Startups zusammen.

Bauanleitung für Startups: Irren ist menschlich, Testing nötig

7.10.2009, 0 KommentareBauanleitung für Startups:
Irren ist menschlich, Testing nötig

Testing ist nötig, wenn eine Applikation Kunden begeistern und nicht ärgern soll. Dorian schreibt über die Anstrengungen bei Nektoon, möglichst viele Fehler zu eliminieren.

Bauanleitung für Startups: Virtualisierung – wirklich keiner da...

8.9.2009, 0 KommentareBauanleitung für Startups:
Virtualisierung – wirklich keiner da...

Ganz im Stillen, ohne das der durchschnittliche User etwas davon gemerkt hätte, hat im Internet, genauer in den Server-Zentren rund um den Globus eine Revolution stattgefunden: Virtualisierung.

1 Kommentar

  1. Andreas Bossard
    schrieb am 3. September 2009 um 16:38 Uhr (#)

    Danke Dorian, super wie du hier die Möglichkeiten solch eines Tools darlegst. Was mir ein bisschen fehlt ist die Aufzählung von Alternativen zu JIRA.

    Pivotaltracker ist noch ein cooles Tool, insbesondere wenn man mit Scrum arbeitet, und es ist gratis.

    Andere (günstigere) Alternativen zu JIRA?

    Die üblichen Verdächtigen wie bugzilla, mantis oder trac haben meiner meinung nacht nicht so eine angenehme bedienungsoberfläche wie JIRA oder Pivotaltracker.

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.