Das Klischee sagt, dass ein Startup-Gründer rund um die Uhr für seine Firma verfügbar sein muss. Unser Gastautor erklärt, weshalb er damit nicht einverstanden ist und wie er als Gründer loszulassen versucht.
von Manuel Reinhard, Gründer Ticketpark
Was quasi als One-Man-Show begonnen hat beschäftigt heute regelmässig zwölf Personen in verschiedener Funktion und Ausprägung. Nicht alle davon sind direkt bei uns angestellt, aber man kann doch sagen, dass Ticketpark auf dem besten Weg ist, eine wahre Organisation zu werden.
In diesem Prozess musste ich mir bewusst werden, dass es nicht möglich ist, stets alles unter Kontrolle zu haben. Im Gegenteil, ich bin überzeugt, dass ich als Einzelperson für die Firma austauschbar sein muss. Nur so die Firma zu einem dauerhaften Erfolg werden.
Dafür zwei simple Beispiele: » weiterlesen
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Die News im Überblick: Das bewegte die Schweizer Startupszene diese Woche.
Weltraum-Startup aus der Schweiz
Dieses Jungunternehmen will hoch hinaus: Swiss Space Systems S3 möchte eigene Satelliten in die Umlaufbahn bringen. Mit einem Budget von 250 Millionen Franken ausgestattet, wurde das Unternehmen letzten Oktober von Raumfahrtingenieur Pascal Jaussi gegründet. Seinen Sitz hat S3 in Payerne (Waadt). » Schweizer Firma will Satelliten starten
Coworking im Hallenbad
Netzwerk Neubad heisst ein Luzerner Verein, der aus einem leer stehenden Hallenbad eine Heimstadt für die Kreativwirtschaft machen will. Mit einer Crowdfunding-Aktion soll das Geld für den Umbau aufgetrieben werden. Im Vorstand der Coworking-Abteilung ist der Luzerner Startupper Lukas Fischer (u.a. Netnode). » Sammelaktion soll 100’000 Franken in die Kasse spülen
Parku schnappt sich Basel » weiterlesen
Silp, das neue Startup von Wuala-Gründer Dominik Grolimund, spannt zusammen mit dem Technologieanbieter x28. Die Geschäftsleitung von x28 steigt bei Silp ein.
Im vergangenen August ging Silp online (wir berichteten). Die Idee: Jobsuche und Recruiting via Facebook. Das Gründerteam um Dominik Grolimund (bekannt durch Wuala) entwickelt eine App für das soziale Netzwerk, mit der sich Facebook-Freunde Stellenangebote zuschanzen können und mit der Arbeitgeber und Headhunter dereinst den social graph nutzen sollen. Nun meldet das Zürcher Startup bereits einen Teilexit. Die vier Gründer tun sich zusammen mit x28, einem 2008 gegründeten Technologieanbieter im Sektor Stellenvermittlung.
Das Steckenpferd von x28 ist die Suche und Aggregation von Jobangeboten im Internet. Zu den Kunden des Unternehmens zählen unter anderem die Adecco oder jobs.ch. Von x28 sitzen neu Cornel Müller und Christian Hanisch im Verwaltungsrat von Silp. Über die Höhe des Deals schweigt man sich aus.
Suchtechnologie für Silp
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Das Luzerner Startup KEYP hat einen intelligenten Schlüsselfinder entwickelt. Nun suchen die Gründer die Mittel, um ihr Gadget auf den Markt zu bringen.
Wie wäre es, wenn verlorene Schlüssel künftig per SMS melden würden, wo sie liegen? Das Startup KEYP hat einen Schlüsselanhänger entwickelt, der das kann. Und noch mehr. KEYP in-touch heisst ein elektronisches Gadget, das Wiederfinden von Schlüsseln mit moderner Ortungstechnik erleichtern will.
Noch ist das Gerät Zukunftsmusik. Die Erfinder Yvan Kurzo und Christian Berger arbeiten noch daran, ihr Baby auf den Markt zu bringen. Die Idee entstand bereit 2009. Kurzo machte sie zum Thema einer Modularbeit während seines Studiums in Innovation Engineering. Das Projekt packte den Maschinenbauer: Statt der gefragten 40 Stunden investierte er über 200 Stunden in seine Arbeit , es entstand ein umfassender Business Case. Kurzo und Berger suchten daraufhin Investoren und gründeten 2011 ihr Unternehmen.
Vollgestopft mit Technik
So soll sich der Schlüsselanhänger orten lassen: » weiterlesen
Neue Technologien verbreiten sich heute anders als früher: Startups umgehen die traditionellen Innovationszyklen und bringen Produkte schneller, gezielter und näher an die Kunden als je zuvor.
Welche Techtrends prägen die Startupszene aktuell? Im Folgenden unsere Einschätzung, die natürlich nicht vollständig sein kann.
Bottom-up statt trickle-down
Noch nie wurden Technologien so rasch angenommen wie bei Smartphones: Dass iOS- und Android-Geräte so schnell hundertmillionenfach verkauft werden und eine Technologien in diesem Tempo angenommen werden, gab es in der Geschichte noch nie. Wie Marc Andreesen, ein Silicon-Valley-Venture Capital-Veteran, zeigt, läuft das Ausrollen neuer Technologien generell anders als früher. Früher wurden diese erst für den professionellen Einsatz entwickelt, bevor sie bei den Konsumenten landeten. Der PC zum Beispiel entwickelte sich aus Workstations für Unternehmen mit riesigen Datenbeständen. Heutzutage hingegen werden Hightech-Produkte immer öfter direkt für Endverbraucher entwickelt. Bottom-up statt trickle-down, wie Andreessen es nennt.
Ein Grund dafür ist, dass die Technologiemärkte für Endverbraucher global sind. Ein anderer ist, dass Technologie immer emotionaler wird – und Verbraucher sich einfach etwas kaufen, weil sie es wollen.
Werben um die jungfräulichen Kunden » weiterlesen
Zwei Gründer engagieren sich für sauberes Wasser – mit einem brandneuen Messinstrument. Venture kick prämiert die Idee von Luca Rossi und Jon Agustsson mit 20’000 Franken.
Ein weiteres Startup kann mit einem innovativen Produkt die Jury von venture kick überzeugen und jetzt das Business mit frischem Startkapital vorantreiben. Der Umwelttechnologe Luca Rossi hat mit dem gebürtigen Isländer Jon Agustsson ein System entwickelt, mit dem die Wasserqualität anhand verschiedener Parameter gemessen werden kann – ohne physische Berührung. » weiterlesen
Die News im Überblick: Das bewegte die Schweizer Startupszene diese Woche.
Zwap.tv stellt App vor
Das Social-TV-Startup Filmwords hat seine App Zwap.tv auf dem iPhone lanciert. Die App erlaubt als Second Screen das Einchecken in Fernsehprogramme. » Social TV für das Schweizer Publikum
Vier frische Startups prämiert
EmoGen (Sprachsynthese-Software), Nanolive (3D-Zellsimulation), DEPSys (Optimierung von Stromnetzen) und park it (App zur Untervermietung von Parkplätzen) haben die erste Runde bei venture kick passiert und erhalten je 10’000 Franken Starthilfe. EmoGen war kürzlich bereits von The Ark prämiert worden. » Vier neue venture kick Gewinner stehen fest
Zühlke investiert in Tenon
Das 2012 gegründete Medtech-Startup Tenon mit Sitz in Schlieren erhält Geld von Zühlke Ventures und US-Investoren. Tenon entwickelt medizinische Implantate. » Zühlke Ventures investiert in Medizintechnik-Startup
Diese Startups sind Gold wert » weiterlesen
Wir erleben eine Industrialisierung der Startupszene. Company Building heisst das Zauberwort: immer mehr Startups kommen aus spezialisierten Startup-Schmieden. Verstecktes Vorbild ist Hollywood.
Auch auf Startwerk sprechen wir oft von Inkubatoren. Der Begriff ist aber nicht trennscharf und wirft verschiedene Modelle in einen Topf. Im Kommen ist derzeit eine radikalere Variante der Inkubation. Hier werden Startups nicht gefördert, sondern gebaut: Stück für Stück, mit methodischer Genauigkeit, wie ein Uhrwerk.
Wenn Techcrunch von Company Builders spricht, sind diese gemeint. Company Builders bauen und finanzieren Startups, und sind dabei viel stärker involviert als Business Angels oder VCs. Im Tausch gegen eine Beteiligung gibt es hier ein ganzes Paket: Sie finanzieren, involvieren sich im Tagesgeschäft ihrer Startups, gestalten Strategie und Vermarktung mit, stellen Personal, Kontakte, Buchhalter, Designer, Anwälte. Company Builder wollen nichts dem Zufall überlassen. Ihre Startups sind entweder in einer frühen Phase akquiriert oder Eigenentwicklungen, mit gecasteten Teams bestückt – nach dem Modell «Entrepreneur in Residence».
Mila wagt sich mit einem Marktplatz für Dienstleistungen an ein besonders kniffliges Geschäftsmodell.
Das Vetrauen ist da: Insgesamt drei Millionen Franken stecken Technologie-Investoren, darunter Peter Zencke (vorher SAP) und Adrian Bult (vorher Swisscom und Avaloq) in das Webstartup Mila.
Mila ist ein Mikrojob-Marktplatz, ähnlich dem US-Startup Taskrabbit. Nutzer können auf der Plattform Dienstleistungen nachfragen oder anbieten, um sich etwas dazuzuverdienen. Die Idee ist, dass sich mittels dieser Kleininserate Personen aus der Umgebung finden, die direkt miteinander ins Geschäft kommen. Zum Beispiel für Jobs wie Hausreinigung, Rasenmähen oder Babysitting.
Ein Art Outsourcing innerhalb der Nachbarschaft also. «Shareconomy» nennt das Mila, und ortet «grosses Potential in einem sich dynamischen entwickelnden Markt», so Marketingleiter Jan Alther.
Überfüllter Markt
Was auf den ersten Blick nach einer zukunftsträchtigen Idee aussieht, hat bereits viele Gründer zum Verzweifeln gebracht. » weiterlesen