Lukas Meyer-Marsilius

Von der Hightech-Forschung an der ETH zum hoffnungsvollen Startup: BioVersys entwickeln Stoffe zur Umgehung von Antibiotikaresistenzen um damit die Lebensdauer von Medikamenten zu verlängern.

Bioversys wurde 2008 von Marc Gitzinger, Marcel Tigges, Wilfried Weber und ihrem Professor Martin Fussenegger als ETH-Spin-off gegründet. Gitzinger und Tigges, beide promovierte Molekularbiologen, leiten die Firma heute, während Weber mittlerweile als Professor in Freiburg lehrt, aber wie auch Fussenegger immer noch im Advisory Board sitzt. Die Firma ist vor allem im Bereich der Forschung und Entwicklung von Medikamenten und Präparaten tätig, die herkömmliche Antibiotika stärken sollen. Sie mischen damit in einem 27-Milliarden-Dollar-Markt mit.

Resistent gegen Resistenzen

Sie konnten ein Verfahren entwickeln, um jene Stoffe unschädlich zu machen, die dafür sorgen, dass Bakterien antibiotikaresistent werden. Bekannte und bewährte Antibiotika sollen so wieder resistent und wirksam gemacht und damit ihre Lebensdauer erhöht werden. Dies erreicht Bioversys durch genaues Untersuchen der Mechanismen, die zu Resistenzen führen. So können die Forscher kleine Moleküle entwickeln, die diese umgehen und feindliche Bakteriem praktisch wehrlos machen. Ausserdem haben sie einen Wirkstoff gegen multiresistente Tuberkulose entwickelt, der bereits in der Testphase ist. Resistente oder sogar multiresistente Keime sind inzwischen ein massives Problem für das Gesundheitssystem. Sie verursachen hohe Kosten und verlangen Sondermassnahmen bis zur Isolation ausländischer Patienten in Kliniken.

Umzug nach Basel

Dafür erhielten sie von der Startup-Förderung Venture Kick dreimal Förderungsgelder in Höhe von insgesamt 130.000 Franken, sowie kürzlich den Heuberger Winterthurer Jungunternehmerpreis in Höhe von 150.000 Franken. Unterstützung erhielt man auch von ETH Transfer, der Spin-off-Unterstützung der ETH, und von KTI. Die durch den Preis erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit sollte auch dazu führen, dass mehr Investoren angesprochen werden. Auf dem Weg vom Labor zum Markt will man vermehrt mit privaten Geldgebern zusammenarbeiten und weiter Richtung Unabhängigkeit gehen. Die ersten Patente sind bereits angemeldet, und man konnte Büro und Labor nach Basel verlegen, dem bekanntlichen Zentrum der Pharmaindustrie und –forschung.

 

Alle 9 Artikel von Lukas Meyer-Marsilius auf startwerk.ch:

BioVersys:
Kampf den Bakterien

Lukas Meyer-Marsilius, 18. Dezember 2009 um 7.32 Uhr , 0 Kommentare Kommentare

Von der Hightech-Forschung an der ETH zum hoffnungsvollen Startup: BioVersys entwickeln Stoffe zur Umgehung von Antibiotikaresistenzen um damit die Lebensdauer von Medikamenten zu verlängern.

Bioversys wurde 2008 von Marc Gitzinger, Marcel Tigges, Wilfried Weber und ihrem Professor Martin Fussenegger als ETH-Spin-off gegründet. Gitzinger und Tigges, beide promovierte Molekularbiologen, leiten die Firma heute, während Weber mittlerweile als Professor in Freiburg lehrt, aber wie auch Fussenegger immer noch im Advisory Board sitzt. Die Firma ist vor allem im Bereich der Forschung und Entwicklung von Medikamenten und Präparaten tätig, die herkömmliche Antibiotika stärken sollen. Sie mischen damit in einem 27-Milliarden-Dollar-Markt mit. » weiterlesen

Kultur-Startups IV/IV:
Interview mit Pro-Helvetia-Direktor Pius Knüsel

Lukas Meyer-Marsilius, 27. November 2009 um 6.30 Uhr , 0 Kommentare Kommentare

Den Abschluss der Serie zu Kultur und Startups bildet ein Interview mit Pro-Helvetia-Direktor Pius Knüsel.

Startwerk: Herr Knüsel, wie kann man als Künstler Geld verdienen?

Pius Knüsel: Man kann als Künstler nur Geld verdienen, indem man sein Talent an eine Kultureinrichtung verkauft oder indem man Produkte herstellt, die sich gut verkaufen. Die gängige Unterscheidung zwischen Kommerz und Kunst, zwischen Zeug, das sich verkauft, und Werken, die sich nicht verkaufen, finde ich problematisch. » weiterlesen

Liberovision:
Mit geballter Rechenleistung jedes Offside erkennen

Lukas Meyer-Marsilius, 26. November 2009 um 14.28 Uhr , 3 Kommentare Kommentare

“Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift”, soll Fussball-Kaiser Franz einst gesagt haben. Dank des ETH-Spinoff Liberovision können Fernsehzuschauer genau nachvollziehen, ob der Schiri zurecht das Spiel unterbrochen hat.

Im Sport geht es oft um Zentimeter, um Sekundenbruchteile, die über Glück oder Unglück entscheiden. So auch im Fussball und seiner wohl umstrittensten und für Laien unverständlichsten Regel: dem Abseits. Was der Schiedsrichter in einem Moment, oft aus ungünstiger Position, mit Hilfe des besser postierten Linienrichters entscheiden muss, können Fernsehzuschauer auf der ganzen Welt in tausendfacher Zeitlupe nachvollziehen. Noch komfortabler wird das mit den Hilfsmitteln von Liberovision, mit denen sich Bewegungen und Abläufe auf dem Spielfeld minutiös nachzeichnen lassen.

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Kultur-Startups III/IV:
Markt der Künste?

Lukas Meyer-Marsilius, 20. November 2009 um 18.00 Uhr , 1 Kommentar Kommentare

Im dritten Teil dieser Serie gehe ich auf die kommerziell nicht oder ungenügend verwertbare Kunst ein.

Bisher haben wir die Unterscheidung in Kreativwirtschaft, kommerziell verwertbare Kunst und kommerziell nicht oder nicht genügend verwertbare Kunst kennengelernt. Auf letztere und die damit zusammenhängenden Probleme möchte ich im Folgenden eingehen.

Was produziert ein Künstler?

Was für ein Produkt kann ein Künstler anbieten? » weiterlesen

Kultur-Startups II/IV:
Zwischen Selbständigkeit und Subventionsabhängigkeit

Lukas Meyer-Marsilius, 13. November 2009 um 6.30 Uhr , 0 Kommentare Kommentare

Es gibt einige erfolgreiche Künstler, die auf eigenen Beinen stehen. Andere sind auf Unterstützung angewiesen. Auch die Infrastruktur wird meist vom Staat zur Verfügung gestellt. Wo kann man die Trennlinie ziehen zwischen kommerziell verwertbaren Projekten und subventionsabhängigen?

In der Schweiz gibt es einige erfolgreiche Komiker und Satiriker, wie zum Beispiel Andreas Thiel, der aus Prinzip keine Subventionen annimmt und dies auch gerne betont. Auch Viktor Giacobbo, bekannt geworden beim Schweizer Staatsfernsehen, verzichtet bei seinem Casinotheater in Winterthur ebenfalls auf staatliche Unterstützung. Auch das Theater 11 in Zürich verzichtet auf öffentliche Subventionen und setzt auf private Kulturförderung, zum Beispiel kann man dort seinen persönlichen „Kultursitz“ erwerben, » weiterlesen

Kultur-Startups I/IV:
Möglichkeiten und Chancen

Lukas Meyer-Marsilius, 6. November 2009 um 12.00 Uhr , 0 Kommentare Kommentare

Haben Startups im Kulturbereich – einem von Subventionen beherrschten Feld – eine Chance auf Erfolg? Ich werde in der November-Serie Chancen und Risiken für Jungunternehmer in diesem Bereich beleuchten.

Die meisten Kulturbetriebe in der Schweiz sind öffentliche Institutionen, in Zürich zum Beispiel das Schauspielhaus, das Opernhaus, das Kunsthaus und andere Museen. Das Schauspielhaus zum Beispiel erhält drei Viertel seines 40-Millionen-Budgets über Subventionen, der Ertrag aus dem Ticketverkauf macht nicht mal einen Viertel aus. Die Kulturförderung in der Schweiz gibt pro Jahr 1,8 Mrd. Fr. aus (Gemeinden, Kantone und Bund zusammen); » weiterlesen

Kaschuti:
Karton-Tische für die Schule

Lukas Meyer-Marsilius, 27. Oktober 2009 um 11.15 Uhr , 1 Kommentar Kommentare

Pädagogisch wertvolle Möbel aus Karton sollen die alten Holztische in den Grundschulen bald ersetzen, wenn es nach Jean-Philippe Hagmann, Designer und Gründer des Kaschuti, geht.

Mehr als 10.000 Stunden verbringt ein Kind am Schultisch, oft muss es dabei stillsitzen und zuhören, hinter langweiligen Tischen in unbequeme Stühle gezwängt. Das muss nicht sein, dachte sich Jean-Philippe Hagmann, und entwickelte im Rahmen seiner Diplomarbeit an der FHNW in Industriedesign eine Alternative: den Kaschuti, kurz für Karton-Schul-Tisch. Er wollte den Schultisch dem Kind anpassen; er sollte stabil sein, aber nicht allzu schwer, dabei auch flexibel und in der Höhe verstellbar. Die Tische sind einfach im Aufbau – die Schüler sollen dabei mithelfen können – und halten ohne Klebstoff oder Nägel. Nicht ganz unwichtig ist ein weiteres Feature des KaSchuTi: » weiterlesen

Startupday Zürich:
Kein Patentrezept für Jungunternehmen?

Lukas Meyer-Marsilius, 29. September 2009 um 6.30 Uhr , 0 Kommentare Kommentare

Am 24. September fanden in der Schweiz eine Reihe von Events unter dem Motto Startupday statt. Lukas Meyer-Marsilius hat für Startwerk.ch den Event in Zürich besucht.


Lektionen über das Geheimnis erfolgreichen Unternehmertums wurden für den diesjährigen Startupday in Zürich (Startwerk.ch kündigte den Event an), organisiert vom Startzentrum Zürich, angekündigt. Die fünf Referenten waren sich aber in einem einig: Ein allgemeines Erfolgsrezept gibt es nicht, jeder Unternehmer muss seinen eigenen Weg finden. » weiterlesen

Supertext:
(Super-)Worte auf Bestellung

Lukas Meyer-Marsilius, 17. September 2009 um 6.30 Uhr , 1 Kommentar Kommentare

Supertext AG ist die erste Online-Textagentur der Schweiz. Ihre Mitarbeiter geben Texten den letzten Feinschliff, übersetzen sie bei Bedarf, oder schreiben gleich selber einen. Dabei lässt sich die ganze Prozedur vom Auftrag bis zur Ablieferung online abwickeln.

Zehn Jahre lang arbeitete Rinaldo Dieziger als Texter und Kreativer bei verschiedenen Schweizer Werbeagenturen. Als er vor einigen Jahren vor einem beruflichen Umbruch stand, kam er durch Zufall in Kontakt mit dem Institut für Jungunternehmen in St. Gallen. Angeregt vom dortigen Gründergeist entwickelte er eine Geschäftsidee, die er wenig später verwirklichte. Er gründete » weiterlesen