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Viele Blogs von Schweizer Gründern leiden plötzlich unter Postingschwund. Konsequenzen der Wirtschaftskrise?
Ich wollte das Wochenende (bei strahlendem Wetter und 25 Grad…) zum Pendenzen abtragen nutzen und endlich den Feedreader mit wichtigen Schweizer Startupper-Blogs füllen. Also auf zu den üblichen Verdächtigen und deren Blogroll – das Verzeichnis lesenswerter Blogs – geplündert.
Das Resultat war, ehrlich gesagt, ernüchternd: Es gibt zwar etliche Gründer, die bloggen, und es sind durchwegs Leute, die man kennt.
Aber wenn ich mich nicht täusche, macht sich in der Unternehmer-Blogosphäre der Schweiz das gefürchtete Blogfading breit: Ausgerechnet jene Leute, die wirklich etwas zu sagen haben und andern helfen könnten, schreiben immer seltener:
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Kann das Micro-Blogging-System Twitter für Startups von Nutzen sein? Und wenn ja – wie setzt man das vermeintliche “Plaudertool” gewinnbringend ein?
Um gleich dem Widerspruch im Titel vorzugreifen: Natürlich müssen sie nicht. Niemand muss derzeit twittern, ebenso wenig wie
bloggen oder überhaupt das Internet als Kanal für sein Startup benutzen. Nur ist man dumm, wenn man die Chance zum Dialog auslässt.
Die generelle Twitter-Sinnfrage, die derzeit in Dutzenden von Presseartikeln (siehe Google News) gestellt wird, kann man natürlich auch auf Startups anwenden: Wie sinnvoll kann es sein, wenn die Öffentlichkeit weiss, wann das Team sich Pizza ins Büro liefern lässt? Solche Zuspitzungen sind eine leichte Beute für “kritische” Journalisten, aber sie gehen am Thema vorbei. Für meine Freunde kann es durchaus interessant sein zu wissen, was ich zu Abend esse. Die Frage ist nun, wie werden Fremde zu Freunden eines Startups? Wie immer: in mehreren Schritten.
Twittern ist Bloggen zum Quadrat. » weiterlesen
Über die Bedeutung von Blogs gehen die Meinungen in der “breiten Öffentlichkeit” immer noch auseinander. Das sollte uns herzlich egal sein. Für ein Start-up gehört ein Blog praktisch zum Pflichtprogramm.
Weblogs oder kurz Blogs sind inhaltlich eigentlich nichts Neues: persönlich gefärbte Websites, die regelmässig aktualisiert werden. Die Usability-Kolumne «Alertbox» von Jakob Nielsen existiert bereits seit über zehn Jahren. Der «Drudge Report», mit dem der Betreiber Matt Drudge 1998 den Lewinsky-Skandal ins Rollen brachte, war damals eine von einer einzelnen Person betriebene Website. Obwohl technisch noch nicht auf Blog-Plattformen laufend: konzeptionell waren dies die Vorläufer der Profi-Blogs und nicht die “digitalen Tagebücher”, als die Journalisten Blogs gern abstempeln.
Speziell an Blogs sind der tagesaktuelle Charakter und die in chronologischer Reihenfolge publizierten Einträge sowie die persönliche Sichtweise durch die Kommentare des Autors. Spezielle Blogging-Software automatisiert alle diese Funktionen. Sie funktioniert ähnlich wie ein Content-Management-System: Neue Einträge werden in eine Maske geschrieben und sind in Sekunden live geschaltet – und durch Suchmaschinen nur wenige Minuten später auffindbar. » weiterlesen
Unternehmertum hat man im Blut. Wie Dominik Grolimund, der mit 17 seine erste kommerziell erfolgreiche Firma gründete. Was mir Ende zwanzig nicht annähernd gelang. Oder ist doch alles nur Erziehung und Ausbildung?
Mit dem Anbruch des Informationszeitalters öffnete sich eine Gründerwelt voller Möglichkeiten, wie es sie wohl nie zuvor gegeben hat. Schon als Teenager hat mich die Möglichkeit fasziniert, nur mit Zeit und Wissen aus buchstäblich nichts einen Mehrwert zu schaffen, der sich massenhaft verkaufen lässt: Weiche Ware – Software.
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Für die Unternehmergeneration des 21. Jahrhunderts gehört die Firmengründung schon fast selbstverständlich zur Ausbildung.
Will studiert in England – und macht in den USA gerade ein Unternehmen auf. Stress belastet ihn nicht, auch wenn er viel davon hat: “Sorry, ich bin etwas under the gun und auf dem Sprung in die USA”, das war der erste und letzte Satz einer seiner Mails an mich diese Woche
“Under the gun” heisst so viel wie nicht eine Minute verfügbar, und das ist bei ihm auch nicht weiter verwunderlich: Will ist Mitte dreissig, hat in den USA ein Studium in Verfahrenstechnik absolviert, in der Industrieforschung gearbeitet und eine Verkaufsabteilung geleitet. Jetzt arbeitet er seit zehn Monaten an der Saïd Business School der Universität Oxford auf seinen MBA hin.
Aber damit gibt er sich nicht zufrieden: Zugleich hat er in den USA sein eigenes Start-up gegründet.
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Knapp 12’000 Unternehmen werden jedes Jahr in der Schweiz gegründet, dabei hat in absoluten Zahlen der Kanton Zürich die Nase vorn. Gemessen an der Bevölkerung liegt allerdings die Zentralschweiz an der Spitze.
Jede der jährlich rund 12’000 Neugründungen in der Schweiz sorgt im Schnitt sofort für zwei Arbeitsplätze. In absoluten Zahlen hat der Kanton Zürich (2391 Startups) die Nase vorn, und die Waadt (1067) landet auf Platz zwei. Das ist das Ergebnis der vom Bundesamt für Statistik vorgelegten Daten aus einer Befragung im letzten Jahr.
Diese Zahlen haben allerdings nur eine geringe Aussagekraft. Wichtiger ist die Neugründungsrate, mit der die Zahl der Startups in Beziehung zur Anzahl der Einwohner gestellt wird. Im Schweizer Durchschnitt liegt sie bei 3,5. Weit darüber liegen die Innerschweizer Kantone Zug und Schwyz mit Raten von 6,5 bzw. 4,4. Zusammen mit Zürich, den beiden Basel und dem Südwesten der Romandie bilden sie die Spitzengruppe. Das Espace Mittelland liegt zurück, genauso wie die Ostschweiz.
Die Gründe sind vielfältig:
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Gute Zeiten sind schlecht fürs Geschäft. Wer dagegen in der Krise gründet, hat einen Vorteil: Er lernt, mit schlanken Strukturen und knappen Budgets zu arbeiten. Das hilft auch nach der Startphase.
Bis in den letzten Herbst wimmelte es in den Wirtschaftsmagazinen von Heldengeschichten. Gründer, entweder selbstbewusst im Casual-Always-Look unterwegs oder im viel zu grossen Anzug auf seriös getrimmt, wurden beklatscht, bejubelt und mit Auszeichnungen überschüttet. Sie hatten zwar eine gute Idee, waren schon «Young Business Leader» des Jahres, hatten aber noch keinen Rappen Gewinn gemacht. Vorschusslorbeer rächt sich manchmal fürchterlich.
Gute Zeiten sind schlechte Zeiten
«In the long run we are all dead». Die Einsicht von John Maynard Keynes über die Irrelevanz eines allzu langen Atems bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten gilt bei vielen Startups nicht. Die meisten sind schon nach kurzer Zeit mausetot. In den USA gelten 90 Prozent des von Risikokapitalisten investierten Kapitals als verloren, verbrannt und versenkt. Mittlerweile gibt es mit younoodle.com ein Startup, das eine Software entwickelt hat, mit der Investoren die Erfolgsaussichten ihres Engagements vorhersagen können.
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Um den Sprung ins Unternehmertum zu wagen, ist 2009 nicht gerade das beste Jahr. Wer es trotzdem macht, ist entweder ein unverbesserlicher Optimist, hat den Mut der Verzweifelung – oder ziemlich gute Gründe.
Klasse Idee, jetzt eine Firma aufzumachen, nicht wahr? Schlechter hätte man das Timing konjunkturell auch gar nicht hinbekommen können. Wenn schon etablierte Firmen, bei denen es bereits Produktion, Vertrieb und vor allem Kunden gibt, ins Straucheln geraten, scheinen die Aussichten für Gründer schlecht. In der Krise zeigt sich aber der Charme, sein eigener Chef zu sein: Es ist gut für die Psychohygiene. Jeder der angestellt ist, kann sein Schicksal kaum beeinflussen. Jeder, der sein eigner Chef ist, kann sich anstrengen und bewegt etwas. Kurzum, wer sein eigner Herr ist, hat wenigstens die Chance, den Karren aus dem Wirtschaftskrisen-Dreck zu ziehen.
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