Startup-Ökosystem:
Inkubatoren brauchen mehr Transparenz

Startup-Schmieden boomen. Damit die Szene nachhaltig profitiert, fehlt aber noch eine Bedingung für einen lebhaften Wettbewerb: transparentere Konditionen.

Sollte zum Konzept gehören: TransparenzEs ist eine erfreuliche Entwicklung: Das Startup-Ökosystem wächst, neue Inkubatoren tauchen auf. Sowohl die Raumangebote nehmen zu als auch das Investorenmodell, bei dem die Betreiber Infrastruktur und Coaching mit Finanzierung koppeln. Dieses hat einen wichtigsten Unterschied zu Venturekapital: Inkubatoren werden in einer frühen Phase aktiv, meist wenn ein Startup noch kein fertiges Produkt hat. Sie leisten Aufbauhilfe, neben Geld werden Netzwerk und weitere Ressourcen geboten. Dabei ist der nicht-finanzielle Teil des Deals oft der wichtigere. Im Gegenzug geben die Gründer Anteile ihres Unternehmen heraus.

Eine ganze Reihe solcher Startup-Schmieden ist in der jüngsten Vergangenheit gestartet, darunter Zeeder, Centralway oder Matthias Aebis Shuttle-Booster.

Klare Kommunikation als Chance

Wir erleben eine Amerikanisierung der Startupszene. In seinen Grundzügen lehnt sich der Trend an US-Vorbilder an. Dort ist sind solche Initiativen zur Regel geworden, allein in Kalifornien buhlen mehrere Dutzend Inkubatoren um Gründerteams. Schaut man genau hin, zeigt sich aber ein wichtiger Unterschied hiesiger Inkubatoren zu den US-Programmen: die Transparenz fehlt.

Als HackFwd von Xing-Gründer Lars Hinrichs auf den Plan trat, habe ich die Höhe der Beteiligung kritisiert, die der Inkubator verlangt. Etwas macht HackFwd aber richtig. Wie beispielweise y Combinator, Techstars oder 500 Startups werden die Konditionen offen kommunziert. Die Investoren machen kein Geheimnis daraus, wie viel Geld für wie viele Anteile fliesst.

Offenheit schafft Vertrauen

Dass die Konditionen eines Inkubators nur hinter verschlossenen Türen genannt werden, ist nicht mehr zeitgemäss. Wie es anders laufen kann, zeigen die Beispiele. Alle Startups erhalten die gleichen Konditionen. Gründer wissen im vornherein, worauf sie sich einlassen. Das schafft Vertrauen und Vergleichmöglichkeiten – und damit die Bedingungen für einen gesunden Wettbewerb.

Dieser läuft in beide Richtungen: Startups sehen, welche Inkubatoren die besten Bedingungen bieten und bewerben sich entsprechend. Umgekehrt sind die hochwertigen Inkubatoren mit den besten Angeboten am begehrtesten. Die Investition in gute Konditionen lohnt sich, weil die Betreiber sich die aussichtsreichsten Startups aussuchen können.

Transparenz würde nicht nur zu mehr Effizienz führen. Jeder Schritt, der die Startupszene für Nicht-Eingeweihte zugänglicher und durchschaubarer macht, ist auch ein Anreiz für potentielle Gründer, es überhaupt zu versuchen.

 

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Ein Kommentar

  1. Ich finde auch, dass mehr Transparenz gegeben sein sollte da man sich ja schließlich auch die US-Startup-Szene als Vorbild nimmt. Wenn schon, denn schon!

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