«Passion rules the game»:
9 Fragen an Patrik Elsa von Sosense

Kurze Fragen, kurze Antworten – regelmässig stellt sich ein Startupper unserer Fragerunde. Diesmal mit dem CEO des Social Entrepreneurship Startups Sosense.

Patrik Elsa (zvg)

Patrik Elsa (zvg)

Was ist die Idee hinter Sosense?

Sosense ist eine Plattform, die Firmen und unternehmerisch denkende Menschen mit sozialen Organisationen vernetzt und ein professionelles soziales Engagement effizient und einfach macht. Wir tun dies, indem wir weltweit die besten Sozialunternehmen identifizieren und über unsere Plattform zugänglich machen.

Gleichzeitig bauen wir skalierbare Dienstleistungen auf, um attraktive Finanzierungsquellen für diese Organisationen zu erschliessen.

Wie seid ihr darauf gekommen?

Während meiner langjährigen Tätigkeit bei den beiden Schweizer Grossbanken bin ich sehr viel in der Welt herumgereist. Dabei wurde mir das grosse Wohlstandsgefälle in der Welt bewusst und mein persönliches Lebensglück als junger Schweizer mit einem tollen Job. Dies spornte mich zu sozialem Engagement an, ich wollte etwas Gutes tun. Aus der grossen Zahl sozialer Herausforderungen suchte ich nach dem für mich passenden Engagement. Entscheidend waren und sind für mich Effizienz, Nachhaltigkeit und Transparenz. Obwohl sich viele Projekte und Organisationen nach diesen Kriterien richten, war und ist es immer noch eine aufwändiger Selektionsprozess, wirklich jene Organisationen zu finden, welche meinen Kriterien am besten entsprechen.  Mit Linus Gabrielsson fand ich einen Geschäftspartner, der mich perfekt ergänzte und wir beschlossen, dieses Selektionsproblem professionell mit einer Plattform für soziale Unternehmen im Internet zu lösen.

Wie soll die Vermarktung funktionieren?

Wir haben im September 2011 die öffentliche Plattform www.sosense.org lanciert. Inzwischen konnten wir mit standardisierten und replizierbaren Fundraising Formaten einen ermutigenden Umsatz an Spenden für Sozialunternehmen generieren. Ein Beispiel eines solchen Formates sind die „Sosense Fundraising Teams“. Die aktuelle Kampagne, die zugleich unser Pilot ist, hat uns innert weniger Wochen 106’000 Franken für ausgezeichnete Sozialunternehmen generiert. Anfangs 2013 wollen wir darauf aufbauende skalierbare Firmenservices einführen. So zum Beispiel eine Plattform, die es Unternehmen ermöglicht, Ihre Kunden und Mitarbeiter effizient in ihr gesellschaftliches Engagement einzubinden.

Was war die grösste Herausforderung mit der ihr bisher zu kämpfen hattet?

Eine breite Kundenbasis aufzubauen und diese mit immer besser werdenden Dienstleistungen nachhaltig zu sichern, sprich eine langfristige Kundenbindung zu erzielen. Diese Herausforderung haben wir noch nicht gelöst, aber adressiert. Unsere Fundraising Formate sollen hierzu in einem ersten Schritt die nötigen Anreize schaffen. Über die „Sosense Matching Funds“ verdoppeln wir zum Beispiel mit Partnern alle Spenden unserer Kunden. Damit generieren wir für sie Spenden mit doppelter Wirkung. Aber der entscheidende Schritt wird erst mit den kommenden Firmenservices kommen. Dort können wir Firmen einen attraktiven Kundennutzen bieten und auch eine langfristige Kundenbindung erreichen.

In welchem Bereich fehlte euch bei der Gründung am meisten Know-How?

Finanzen. Obwohl ich in der Vergangenheit grosse globale Projekte mit entsprechend grossem Budget geleitet habe, wurde mir zum Beispiel die Bedeutung einer guten Liquidationsplanung und des Cash flows erst jetzt als Unternehmer bewusst und hat mich ziemlich gefordert. Bei früheren Arbeitgebern führten Ausgabenüberschreitungen einzig zu „roten Ampeln“ im Statusreport und Verweisen. Jetzt aber spüren wir als Startup die Kassawirkung ziemlich direkt.  Als CEO muss ich deshalb die Liquiditätsplanung im Griff haben und zwar selbst und nicht nur über Berater.

Warum bist du Unternehmer geworden und was wäre deine Alternative im Berufsleben?

Ich hatte nie das Ziel Unternehmer zu werden, obwohl ich nun schon mein zweites Unternehmen aufbaue, mit fast 9 Jahren Zwischenhalt in der Finanzbranche. Ich sehe einfach immer wieder ein Problem, das ich lösen will. Gibt es für ein erkanntes Problem schon einen Problemlöser, versuche ich mich „anzudocken“. Wenn nicht, baue ich selbst einen Lösungsweg auf. Probleme selber anpacken und erfolgreich lösen macht mir Spass und ist die berufliche Herausforderung, welche mich antreibt. Alternativen gibt es jederzeit viele. Die Welt besteht, besonders für uns Schweizer, aus so vielen Opportunitäten.

Bei welcher Geschäftsidee ärgerst du dich, dass du sie nicht als erster hattest?

Ich ärgere mich nie mehr als ein paar Stunden über etwas.

Was ist dein Tipp für angehende Gründer?

Mach das, wo dein Herz hin will, „passion rules the game“. Das Lösen der Herausforderung muss der Ansporn sein, der Rest kommt meist von selbst. Und natürlich braucht es ein nachhaltiges Business Modell, um ein Problem zu lösen.

Welches Startup sollen wir als nächstes in dieser Rubrik bringen? 

Ich bin Zuhause für die Pflanzenpflege verantwortlich. Seit ich den Wi-Fi Pflanzen Sensor von Koubachi habe, geht diese Aufgabe nicht mehr vergessen, ich erspare mir so Diskussionen diesbezüglich mit meiner Frau. Deshalb: Philipp Bolliger von Koubachi.

 

 

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