Risikovorsorge für Gründer:
Betriebliche Risiken

Wie geht man als Gründer mit den Risiken um, die im Unternehmeralltag drohen? Wir geben Tipps, worauf man achten sollte.

Betriebliche Risiken (Bild: iStockphoto)

Betriebliche Risiken (Bild: iStockphoto)

Im 1. Teil haben wir uns die privaten Risiken für Gründer angeschaut. Nun wenden wir uns den betrieblichen Risiken zu.

Mögliche Risiken

Was betriebliche Risiken angeht, also Risiken, die aus dem Geschäftsbetrieb entstehen, lassen sich grob vier unterschiedliche Situationen erkennen:

  • Du berätst einen Kunden komplett falsch
  • Du kannst nicht oder nicht rechtzeitig liefern
  • Es entstehen Personen- und/oder Vermögensschäden
  • Haftpflicht-Probleme
  • Notfall im Betrieb
Mit «Nofall im Betrieb» ist beispielsweise ein Unfall beim Besteigen einer Leiter oder das Auslaufen einer schädlichen, die Umwelt belastende Flüssigkeit gemeint. Wie bei den persönlichen Risiken kannst du auch diesen Risiken auf vier Arten begegnen: vermeiden, versichern, selbst tragen oder – wenn auch nicht wirklich empfehlenswert – ignorieren. Für die Beurteilung, wie du mit dem entsprechenden Risiko umgehen willst, betrachtest du stets die mögliche Schadenshöhe sowie die Eintrittswahrscheinlichkeit.
Nachstehend liefern wir dir einen Überblick über zwar bekannte Risiken, die aber schon so manch ein Gründer eines Startups ausser Acht gelassen hat. Es kann drum also nicht schaden, nachzuschauen, ob du nicht irgendwelche Risiken übersehen hast.

Risiken aus nicht vorhersehbaren Ereignissen

Folgende Unfälle sind damit gemeint:
  • Feuer, Explosion
  • Wasserschaden
  • Sturmschaden
  • Elektronik-Schaden
  • Blitzschlag
  • Maschinenschaden
  • Unfallschaden
  • Montage- und Transportschaden
  • Energieausfall

Daran schliessen sich auch weitere Schäden an, die auf die genannten Ereignisse folgen können, zum Beispiel eine Betriebsunterbrechung, aufgrund derer Verträge nicht rechtzeitig zu erfüllen sind. Oder aber ein Blitzschlag zerstört deinen Server mitsamt den darauf gespeicherten Daten – einschliesslich deiner neu entwickelte Software. Gegen die entstehenden Personen- und Vermögensschäden kannst du dich versichern; was den Server angeht, solltest du einen Überspannungsschutz sowie eine Notstromversorgung ins Auge fassen.

Menschliche Risiken

Damit gemeint sind:
  • Einbruch und Diebstahl
  • Sabotage
  • Unterschlagung
  • Spionage

Versichern lassen sich diese Risiken nur bedingt, und falls ja, ist die Schadenshöhe diskutierbar. Hierzu lohnen sich drum ein paar Gedanken im Voraus, um diesen Risiken bewusst vorzubeugen. Wenn du beispielsweise Software entwickelst, sollten deine Backups entweder irgendwo gespiegelt sein oder einmal pro Woche auf Band gesichert werden. Das Band nimmst du immer mit nach Hause – denn sollte jemand in dein Startup einbrechen und den Server klauen, kriegst du zum einen die Kosten ersetzt, und zum anderen bist du noch immer im Besitz deiner frisch entwickelten und als Backup auf dem Band gesicherten Software – und kannst befreit aufatmen.

Haftpflichtrisiken

Je nach Bedarf solltest du dich und dein Startup für den Fall der Fälle mit der richtigen Haftpflichtversicherung schützen:

  • Produkthaftpflicht
  • Betriebshaftpflicht
  • Umwelthaftpflicht
  • Auto-Haftpflicht
  • Berufshaftpflicht

Die «Berufshaftpflicht» schützt beispielsweise bedingt im Falle (d)einer Fehlberatung eines Kunden. Es sind jedoch bei weitem nicht alle Versicherungen zwingend abzuschliessen: So braucht eine Umwelthaftpflicht eigentlich nur, wer mit gefährlichen Stoffen arbeitet. Bist du also ein Dienstleister in Sachen SEO, wirst du – vielleicht abgesehen von deiner nicht immer astreinen Entsorgung des Bürokaffees – mit deinen Geschäftstätigkeiten kaum Umweltprobleme verursachen und kannst somit das Risiko einfach selber tragen.

Geschäftliche Risiken

Zu guter Letzt bleiben da noch die ganz allgemeinen geschäftlichen Risiken, an die Gründer häufig nicht denken – mitunter auch im Glauben, dass eh alles gut kommt:

  • Forderungsausfall
  • Auslandsrisiken (Gesetze, Einfuhrverbote, Währungsrisiken)
  • Rechtsstreitigkeiten
  • Marken- und Schutzrechtsverletzungen
Auch hier sind verschiedene Taktiken gefragt. So kannst beispielsweise «Forderungsausfällen» auf verschiedene Arten begegnen:
  • Abschluss einer Warenkreditversicherung
  • Vorkasse
  • Bonitätsauskünfte
  • straffes Mahn- und Inkassowesen

Je nachdem, was für dich passend ist und wie hoch du dieses Risiko einschätzt, findest du die für dich und dein Startup optimale Lösung.

Unser Fazit

Wir haben hier einige private und betriebliche Risiken für Gründer zusammengestellt. Nicht zuletzt auch aus dem Grund, weil viele Gründer diese Risiken vorderhand gar nicht «auf dem Radar haben», sondern erst später damit konfrontiert werden («Schaden macht klug»). Dass das Vermeiden oder Versichern dieser Risiken jedoch einiges an Kosten erzeugt (allgemeine Geschäftskosten) und somit den Gewinn schmälert, sollte jedem Gründer von Beginn weg bewusst sein – nur schon hinsichtlich der Beurteilung, ob das eigene Startup auch wirklich profitabel betrieben werden kann.

 

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