Matchmaking für Startups und Investoren:
Finanzierungsplattform investiere.ch

Jan Rothenberger, 19. März 2010 11:25 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Eine neue Plattform will Investoren und Jungunternehmer zusammen bringen.

“In der Schweiz liegt ganz viel Investitionspotential brach”, sagt Lukas Weber, mit Steffen Wagner zusammen Gründer von investiere.ch. Mit der Plattform geht es ihnen darum, ein grösseres Publikum für Risikoanlagen zu erschliessen. Gerade bei Kleininvestoren und Privatanlegern, die nicht gut vernetzt sind, sieht Lukas bisher eine Lücke. Darum ist das Ziel von investiere.ch ein auf diese zugeschnittenes Angebot, auch für den etwas kleineren Geldbeutel. Ansprechen möchten die Gründer unter anderem unternehmerisch interessierte Leute mit einem gehobenen Einkommen. Das Minimum für Beteiligungen liegt derzeit bei 6’000 bis 20’000 Franken. Bei den finanzierten Firmen hat investiere.ch bislang nur Wissenschafts- und Techstartups im Portfolio, was sich aber ändern soll.

Von Venture-Capital-Fonds grenzt sich investiere.ch ab, indem es den Matchmaking-Gedanken in den Vordergrund stellt. Die Kapitalgeber beteiligen sich direkt an den jeweiligen Unternehmen und treffen die Investitionsentscheidung selbst. Investiere.ch trifft dabei lediglich eine Vorauswahl bei den Unternehmen anhand eines zweistufigen Prozesses. Aufgrund der executive summary, also einer Kurzzusammenfassung des Geschäftsmodells, werden persönliche Treffen mit den Startups vereinbart. Wer das Team überzeugt, legt zusätzlich einen detaillierten Businessplan vor. Aus diesen Kandidaten wählt investiere.ch dann die “spannensten und solidesten” Unternehmen aus, wie Lukas erklärt. Investiere.ch gibt dabei jedoch keine Investitionsempfehlung ab – die abschliessende Beurteilung des Investitionsangebotes bleibt den Investoren vorbehalten. Da eine due dilligence nicht in vollem Umfang für Kleinanleger machbar ist, setzt man auf Verifizierung der Geschäftsmodelle durch grössere Ko-Investoren. Für die weitere Zukunft sei ausserdem eine eigentliche community dilligence eine Möglichkeit.

Die Gründer sehen ihre Plattform als Ergänzung zu bisherigen Finanzierungsmöglichkeiten. Seine Erträge generiert investiere.ch über eine 5-prozentige Erfolgsprämie von den investierten Beträgen. Letztlich ist investiere.ch auch in ähnlichen Gefilden unterwegs wie die Plattform Startfinance, die ebenfalls Matchmaking im Fokus hat, scheint jedoch den Fokus auf eine breitere Userbasis zu legen.

Es tut sich auf jeden Fall etwas in der Startup-Finanzierung. Seit kurzem ist in den USA auch ein Anbieter eines Abo-basierten Finanzierungsdienstes aktiv, der komplett auf Communityentscheidungen setzt und sich auf Techstartups konzentriert. Growvc ist fondsbasiert und arbeitet mit einer Art Freemiummodell bei den Mitgliederbeiträgen (Bericht auf Techcrunch, in den Kommentaren stellt sich investiere.ch vor).

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3 Kommentare

  1. Jan Fülscher
    schrieb am 3. April 2010 um 11:44 Uhr (#)

    Hallo – guter Artikel :-)

    Da die Inspiration dazu offensichtlich von meinem Blog kam (http://jan-fuelscher-ch.b…ungsmarktplatze.html), würde mich ein Verweis auf die Inspirationsquelle natürlich freuen, auch wenn das nach journalistischen Regeln nicht zwingend notwendig ist. Aber man will sich ja freundschaftlich verbunden sein, nicht?

    Beste Grüsse & schöne Ostern
    Jan Fülscher

  2. Jan Rothenberger
    schrieb am 3. April 2010 um 12:51 Uhr (#)

    Hallo Jan,
    Bei der Inspiration, die Du festgestellt haben willst, muss ich Dich leider enttäuschen. Das Interview mit Lukas Weber war schon geführt und der Artikel schon geschrieben, als Dein Beitrag online gegangen ist.
    Oft schreibe ich Artikel nicht tagesaktuell, da das mit dem Eimholen von Quotes und dem Gegenlesen lassen sonst nicht zu machen ist.

    Auch Dir schöne Ostern!

  3. Jan Fülscher
    schrieb am 4. April 2010 um 11:40 Uhr (#)

    Mea culpa – es hatte so viele Übereinstimmungen, dass ich zu einem falschen Schluss kam. Hiermit also meine formelle Entschuldigung. Habe auf Deinen Artikel verlinkt.

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