Web Monday 13:
Hyperweek, Imusician und Oskope

Der Zürcher Web Monday zu Besuch bei Wuala: Social Web für Unternehmen, Online-Musikgeschäft und visuelle Suche im E-Commerce.

Shigs Amemiya und Tobias Wirz haben bereits 2006 Imusician Digital gegründet. Das in Zürich und in Elstenwick, Australien ansässige Unternehmen vertreibt digitale Musik weltweit an Onlineshops, darunter die wichtigsten wie Itunes, Spotify, Amazon oder Musicload. Wer ein Album online vertreiben möchte, kann Imusician als Intermediär einschalten, indem er seine Songs auf die Plattform lädt. Für eine Gebühr – 45 Franken für ein Album – macht Imusician die Musik dann auf allen relevanten Plattformen verfügbar. Vom Erlösanteil für den Musiker – der im Durchschnitt bei etwas mehr als einem Drittel des Verkaufspreises liegt – erhält das Unternehmen dafür 15 Prozent.
Seine Nische im mit rückläufigen Umsätzen hadernden Musikmarkt findet Imusician also mit einem Self-Publishing-Modell. Schlanke Strukturen sorgen für geringe Kosten. Das Team umfasst nur fünf Personen und Imusician konzentriert sich auf den Upload, das Sammeln der nötigen Metadaten und das Billing. Das Encoding und die Übermittlung der Songs lagert das Unternehmen aus an einen deutschen Anbieter, der beides automatisiert hat. Auch das Hosting der Dateien wird von Imusician nicht selbst übernommen, was Kosten spart.
Zurzeit sind etwas über 3’000 Musiker registiert und es wurde rund 600’000 Songs über die Plattform verkauft. Laut Shigs steht man momentan vor dem Breakeven.

Facebooks zu verkaufen

Raphaël Briner hat mit Hyperweek ein Framework für soziale Netzwerke entwickelt. Damit bewegt sich das Startup in ähnlichen Gefilden wie die Customized Solutions von Amazee, wobei letztere jedoch auch Servicepakete schnüren. Das Genfer Unternehmen Hyperweek konzentriert sich hingegen auf die Lizensierung seiner Technologie an Grosskunden für einen einmaligen Betrag. Dafür erhält der Kunde eine Facebook-ähnliche Plattform zur Communitybildung entlang der eigenen Marke, die von Hyperweek den Wünschen des Kunden angepasst wird. Der Business Case von Hyperweek ist dabei, dass eine eigene Entwicklung und Einbindung einer solchen Plattform den Kunden deutlich teurer zu stehen käme. Ein Beispiel eines Customer Case findet sich auf der kürzlich relaunchten Seite von Inno-Swiss.

Ladenspaziergänge online

Alain Leclerc von Bonin führt mit Visualcontext eine von Zürich aus tätige Agentur für Grafikdesign. Sein Visual Search Showcase Oskope zeigt, welche Interfaceinnovationen in Suche und Visualisierung von Katalogdaten denkbar sind, insbesondere im Onlineshopping. Die Idee, virtuelle Ladenspaziergänge auf dem Web zu ermöglichen ist natürlich nicht neu – siehe etwa das Flashinterface von Etsy. Und obwohl auch Oskope schon zwei Jahre alt ist, bleiben die real genutzten Möglichkeiten, gerade beim Beispiel Amazon, nach wie vor hinter dem technischen zurück. Zwar sind einige der gezeigten Beispiele grafischer Aufbereitung sicherlich ein wenig Spielerei, ebenso viele relevante Usecases sind aber denkbar, wie etwa mit dem von Alain vorgeführten Materialarchiv. Mag sein, dass für etablierte Riesen im E-Commerce wie Ebay und Amazon solche Oberflächen momentan noch zu weit vom Interface-Mainstream entfernt sind, als dass sie riskieren würden, mit Innovationen Kunden zu verschrecken. Für neue Onlineshops, insbesondere in Nischen, können gut gemachte Userexperiences als Alleinstellungsmerkmal und Hingucker aber gut  Chancen auftun.

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