Gryps Offertenplattform:
Ein Angebots-Broker für KMUs

Jan Rothenberger, 17. Dezember 2009 07:31 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Ein Online-Vermittler für Services und Güter an KMUs: Die Beschaffungsplattform Gryps will ein bewährtes Geschäftsmodell für die Schweiz adaptieren.

Gaby Stäheli und Priska Schoch
Gaby Stäheli und Priska Schoch
Gaby Stäheli und Priska Schoch erfinden mit ihrer Offertenplattform das Rad nicht neu. Andere Gründer haben mit Buyerzone oder Käuferportal schon ähnliches realisiert. Aber auch bei Web2.0-Plattformen, die ein nicht zu komplexes Geschäftsmodell haben, sind Umsetzung und Markteinführung nochmals mindestens so wichtig wie die Idee. Die beiden Gründerinnen mit IT-Hintergrund und Erfahrung im Sales Management bringen vermutlich die keine schlechten Voraussetzungen mit, um das Unternehmen zum Laufen zu bringen: “die Begeisterung am Verkaufen,” wie Gaby Stäheli meint. Sie und Priska Schoch arbeiteten schon zehn Jahre zusammen bei IBM. Nach dem Entschluss zur Gründung und dem Besuch von Venture Plan und CTI-Coachings begannen sie diesen Sommer mit der Entwicklung der Webseite, Ende Januar soll Gryps dann komplett live gehen.

Leads gegen Gebühr
Das Gryps-Portal funktioniert so, dass sich Anbieter mit ihrem Dienstleistungs- oder Güterangebot auf der Seite registrieren lassen können. Eingehende Anfragen von Interessenten werden anhand eines Fragebogens den passenden Anbietern zugeordnet. Diese können vom Portal “Leads” kaufen, also die Möglichkeit, dem potentiellen Käufer eine Offerte zukommen zu lassen. Jeder Interessent erhält dann für seine Anfrage maximal drei Angebote, ohne etwas dafür zu bezahlen. Die Fragebögen erstellt Gryps in Zusammenarbeit mit Anbietern, sie soll in etwa die zehn Punkte enthalten, die auch ein Verkäufer im Gespräch klären müsste. Der Mehrwert für die Kunden soll gesparte Zeit sein, durch weniger suchen im Netz und punktgenau passende Offerten.

Zusatzcontent und Opensource

Als zusätzlichen Anreiz für den Kunden und als Suchmaschinenfutter möchte Gaby Stäheli die Plattform zusätzlich mit Inhalten anreichern. Für den Kunden, der noch nicht so genau weiss was er will, sollen Informationen zu den Gütern bereitstehen. So werden zum Beispiel bei den Basics zu Telefonanlagen die Vor- und Nachteile verschiedener Typen nachzulesen sein.
Ein Anbieter-Segment hat Gryps als Marktlücke speziell im Visier: Die Vermittlung der schätzungsweise 300-400 Opensource-Provider in der Schweiz. Diese können sich laut Gaby Stäheli eigenes Marketing und Vertrieb kaum leisten, seien aber gerade für KMUs zunehmend interessanter.

Ein Investor an Bord

Der letzte abschlossene Milestone ist die Öffnung der Webseite für Anbieter, die sich seit Ende November registrieren lassen können. Obwohl die Gründerinnen noch nicht aktiv Werbung gemacht haben, sei die Resonanz bisher gut. Das liege daran, dass sie sich auf ihre Kontakte aus dem IBM-Partnernetz stützen konnten, auf das auch die bisherigen Anbieterkategorien zielen. Momentan sind die Gründerinnen mit der Fertigstellung der Webseite und mit der Investorensuche beschäftigt. Ein Business Angel hat Gryps schon Finanzierung zugesagt, solange mindestens ein weiterer gefunden wird.

Für den Januar stehen die Gründung einer AG für Gryps und der Einzug ins neue Rapperswiler Büro an.

Weiterempfehlen

Mehr lesen

Swisscom: Mit dem BST näher zu den KMUs

20.7.2009, 0 KommentareSwisscom:
Mit dem BST näher zu den KMUs

Swisscom will mit dem Business Service Team näher zu kleinen Geschäftskunden – auch zu jenen von Orange, Sunrise und Cablecom.

Software as a Service: Die Kultur als Bremser

29.6.2009, 1 KommentareSoftware as a Service:
Die Kultur als Bremser

Cloudcomputing-Experte Andreas Von Gunten erklärt, warum sich Software als Dienstleistung durchsetzen wird.

busuu.com: Silberner Pfeif-Löwe

23.6.2009, 0 Kommentarebusuu.com:
Silberner Pfeif-Löwe

Die Sprach-Lern-Website Busuu.com hat in Cannes mit ihrem Marketing-Video einen silbernen Löwen gewonnen.

CRM Software: Salesforce, Wiki  - oder doch lieber Open-Source?

11.2.2010, 0 KommentareCRM Software:
Salesforce, Wiki - oder doch lieber Open-Source?

CRM-Software: Zu welchem Tool greift man am besten fürs Kundenmanagement?

Psychoanalyse für Startups:  \

6.1.2010, 0 KommentarePsychoanalyse für Startups:
"Welche Ihrer Business Operations hassen Sie?"

In einem lesenwerten Artikel gibt Jason Cohen Anregungen, welchen Fragen man sich als Unternehmer regelmässig stellen sollte.

Customer Development: Ein Rezept für nachhaltigen Erfolg

4.11.2009, 0 KommentareCustomer Development:
Ein Rezept für nachhaltigen Erfolg

Nigel Eccles, Mitgründer von Hubdub und Fanduel, hat diesen Sommer auf Techcrunch sein Erfolgsrezept für Startups präsentiert – auch im Witer allemal lesenswert.

3.3.2010, 0 KommentareParship.ch:
Die Neuerfindung der Partnersuche

Online-Partnervermittlung: PARSHIP.ch setzt auf einen wissenschaftlich fundierten Persönlichkeitstest mit innovativem Prinzip.

Red Herring Global: Schweiz ist gut im Rennen

28.12.2009, 1 KommentareRed Herring Global:
Schweiz ist gut im Rennen

12 Schweizer Startups sind Teil der Finalisten-Auswahl von 200 Firmen für den Red Herring Global Award.

Politnetz.ch: Eine Online-Plattform  für Schweizer Politik

4.8.2009, 7 KommentarePolitnetz.ch:
Eine Online-Plattform für Schweizer Politik

Mit Politnetz.ch ist Mitte Juli 2009 eine Schweizer Internetplattform an den Start gegangen, die den politischen Diskurs im Internet beleben und auf eine neue Ebene heben will.

Bauanleitung für Startups: Automation – Keiner da...

19.8.2009, 0 KommentareBauanleitung für Startups:
Automation – Keiner da...

Nektoon spart dank zwei Helfern viel Zeit bei der Server-Administration. Auf Startwerk.ch erklärt Dorian von Nektoon, wie das funktioniert.

Bauanleitung für ein Startup: Share Nothing Architecture

11.8.2009, 0 KommentareBauanleitung für ein Startup:
Share Nothing Architecture

Saubere Trennung aller Service-Bestandteile, Standards und Standardhardware sind die Erfolgsgeheimnisse moderner Web-Startups.

Politnetz.ch: Eine Online-Plattform  für Schweizer Politik

4.8.2009, 7 KommentarePolitnetz.ch:
Eine Online-Plattform für Schweizer Politik

Mit Politnetz.ch ist Mitte Juli 2009 eine Schweizer Internetplattform an den Start gegangen, die den politischen Diskurs im Internet beleben und auf eine neue Ebene heben will.

2 Kommentare

  1. Andi
    schrieb am 17. Dezember 2009 um 09:07 Uhr (#)

    Wie Joi Ito neulich an einem Gastvortrag hier in Singapur meinte: “VC’s never say no, they will instead ask you to find another investor who wants to co-invest.” Trotzdem viel Glück den beiden.

  2. Jan Rothenberger
    schrieb am 19. Dezember 2009 um 13:28 Uhr (#)

    Hallo Andi,
    Das scheint tatsächlich so eine Art Daumenregel zu sein. :)
    Nicolas Berg sagte letzte Woche an einem Referat ebenfalls, seiner Erfahrung nach verhalten sich Investoren oft wie Herdentiere, erst wenn einer investiere wollten die anderen auch.

Pingbacks

Pingbacks anzeigen...

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.