Liberovision:
Mit geballter Rechenleistung jedes Offside erkennen

Lukas Meyer-Marsilius, 26. November 2009 14:28 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

“Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift”, soll Fussball-Kaiser Franz einst gesagt haben. Dank des ETH-Spinoff Liberovision können Fernsehzuschauer genau nachvollziehen, ob der Schiri zurecht das Spiel unterbrochen hat.

Im Sport geht es oft um Zentimeter, um Sekundenbruchteile, die über Glück oder Unglück entscheiden. So auch im Fussball und seiner wohl umstrittensten und für Laien unverständlichsten Regel: dem Abseits. Was der Schiedsrichter in einem Moment, oft aus ungünstiger Position, mit Hilfe des besser postierten Linienrichters entscheiden muss, können Fernsehzuschauer auf der ganzen Welt in tausendfacher Zeitlupe nachvollziehen. Noch komfortabler wird das mit den Hilfsmitteln von Liberovision, mit denen sich Bewegungen und Abläufe auf dem Spielfeld minutiös nachzeichnen lassen.

Gegründet wurde Liberovision im Juni 2006 als Spin-off der ETH Zürich von Stephan Würmlin und Christoph Niederberger, die beide ihre Doktorarbeit am Computer Graphics Laboratory abgeschlossen hatten, sowie ihrem Professor und Doktorvater Markus Gross. Sie beschäftigten sich schon lange mit Multikameraanalyse und möglichen Anwendungen. Da sie selber aktiv Sport betrieben, kamen sie auf die Idee, ihre Technologie auf Sportübertragungen anzuwenden. Hilfe bei der Gründung des Startups erhielten sie aus diversen Kursen des Venture Lab und von der Förderagentur für Innovation des Bundes, KTI.

Die von Liberovision entwickelte Technologie Discover Eye ist in der Lage, aus den Fernsehbildern neue Bilder aus neuen Blickwinkeln zu berechnen und darzustellen, und so bei einer Fussballübertragung zum Beispiel das Spielfeld aus dem Blickwinkel des Linienrichters darzustellen. Die ersten Kunden liessen nicht lange auf sich warten, zum Beispiel arbeitete man schnell mit Tele Club Schweiz zusammen. Als das System dann bei der Europameisterschaft 2008 vom ZDF verwendet wurde, bedeutete dies den internationalen Durchbruch. Mittlerweile benutzen neben dem ZDF und dem amerikanischen Sportkanal ESPN zehn Kunden aus aller Welt die Technologie von Liberovision, vor allem bei Übertragungen von Fussball, American Football und neuerdings Basketball.

Mit mittlerweile elf Mitarbeitern ist Liberovison im Technopark Zürich stationiert und arbeiten am selbsterklärten Ziel, zur führenden Firma im Bereich „media content enhancement“ aufzusteigen, vor allem im Bereich des Internets. Der nächste Schritt soll an der Fussball-Weltmeisterschaft 2010 erfolgen.

Dieser Text ist mir was wert:

Weiterempfehlen

Mehr lesen

Finanzierung für visuelle Suche: Drei Millionen für Kooaba

30.8.2010, 0 KommentareFinanzierung für visuelle Suche:
Drei Millionen für Kooaba

Frisches Geld für das Zürcher ETH-Spinoff Kooaba, das mit seiner visuellen Suchmaschine Google Konkurrenz macht.

Venture Kick: 100\'000 Franken für Geroco und Climeworks

25.5.2010, 0 KommentareVenture Kick:
100'000 Franken für Geroco und Climeworks

Strom und CO2 sparen. In einer Cleantech-Runde des Förderwettwerbs wurden bei Venture Kick zwei grüne Startups prämiert.

Venture Kick: 130\'000 Franken  für Mirasense und Proteomedix

11.3.2010, 0 KommentareVenture Kick:
130'000 Franken für Mirasense und Proteomedix

Eine Scantechnologie für Strichcodes und eine neues Diagnoseverfahren für Krebs haben die Juroren von Venture kick überzeugt.

Vissee: Schau mal wie schnell

18.3.2010, 0 KommentareVissee:
Schau mal wie schnell

Das tessiner Startup Vissee hat eine originelle Technologie zur optischen Geschwindigkeitsmessung entwickelt.

3 Kommentare

  1. Schreibt hier auf dem Blog Simon Wüthrich
    schrieb am 26. November 2009 um 14:35 Uhr (#)

    Auf der Liberovision-Website gibt’s ein schönes Filmchen, das die Funktion von Discovereye demonstriert. Coole Sache :)

  2. Dani Schenker
    schrieb am 26. November 2009 um 19:22 Uhr (#)

    Mir wäre es eigentlich lieber wenn sich mal jemand damit befassen würde wie man Fussball wieder interessant machen könnte. Die letzten 3 Spiele die ich besucht habe endeten 1:0, 1:1 und 0:0… Wer will sich so was noch ansehen? :-)

    Aber gut. Wenn sich die Leute darüber aufregen wollen, dass es eigentlich kein Offside war und da eigentlich vielleicht sicher oder auch nicht ein Tor hätte müssen können fallen sollen, dann sollen die das machen… (Was???) hehe

  3. Roland Luci
    schrieb am 3. Februar 2010 um 19:10 Uhr (#)

    Hallo,
    würde gerne die Software haben,privat einige Sielszenen zu analysieren.
    Ist das möglich?
    Was kostet der Spas überhaupt, mindestens in einfachsten Version?
    Danke

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.