Customer Development:
Ein Rezept für nachhaltigen Erfolg

Simon Wüthrich, 4. November 2009 12:49 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Nigel Eccles, Mitgründer von Hubdub und Fanduel, hat diesen Sommer auf Techcrunch sein Erfolgsrezept für Startups präsentiert – auch im Winter allemal lesenswert.

Wie führe ich mein Startup zum sicheren Erfolg? Eine Patentlösung – diese Binsenweisheit sei mir verziehen – gibt es nicht. Wer mit erfolgreichen Jungunternehmern spricht, stellt aber fest, dass es einige Konstanten gibt, die es zu beachten gilt. Eine davon: strikte Kundenorientierung.

Nigel schildert in seinem lesenswerten Post auf Techcrunch Europe, die intensive Phase des Customer Development im Gründungsprozess von Fanduel. In einem ersten Schritt, dem customer discovery, gelte es, die Leute zu identifizieren, die ein spezifisches Bedürfnis hätten, sich dessen bewusst und bereit seien, für eine Lösung zu bezahlen. Umfragen und Interviews seien in dieser ersten Phase der Weg, zu überprüfen, ob die angenommene Zielgruppe tatsächlich existiere und was für Minimalanforderungen diese an eine Lösung stellten.

In einer zweiten Phase, der Customer Validation, müsse die erste Version des Produkts an den Markt gebracht werden. Und schon in dieser Phase müsse klar sein, wie das Produkt Cash generieren werde. Es sei entscheidend, so schnell als möglich festzustellen, wie viel sich die Kunden die Lösung kosten lassen würden.

Wer eine signifikante Kundenbasis hat aufbauen könne, soll sich dem Customer Survey zuwenden, um zu sehen, welche Bestandteile seines Produkts den Erwartungen der Kunden entsprechen und wo noch Entwicklungspotenzial steckt. Nigel empfiehlt auf dieser Stufe die Verwendung des Survey-Tools von Sean Ellis und Kiss Metrics, das umsonst zu haben ist. – “Wie enttäuscht wärst Du, wenn Du das Produkt XY nicht weiter verwenden könntest?” Erst wenn mehr als 40% der Befragten mit “Sehr enttäuscht.” antworteten, habe das Produkt Fuss fassen können. Erst wenn diese Schritte vollzogen sind, solle sich ein Startup um den Ausbau seines Geschäftsmodells kümmern.

Diese Prozess werde freilich nicht linear ablaufen. Eine der grössten Herausforderungen sei, die “Vision” – welche sich in dieser Phase ständig ändere – Kunden, Investoren und Angestellten zu verkaufen.

Mal abgesehen davon, dass ich den Begriff Vision im Zusammenhang mit Geschäftsmodellen nicht besonders mag – das muss mal gesagt werden: Mit Helmut Schmidt halte ich Visionen für ein psychopathologisches Problem –, würde ich den Post allen Jungunternehmern, die am Anfang ihres Abenteuers stehen, zur Lektüre empfehlen.

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