Startup-Diary:
Entwicklungsfokus und Going public

Was ist wichtiger, wenn ich einen Service lanciere? Stabilität der Anwendung oder die Anzahl an Feautres. Erich Fischer erklärt, dass Syndc stark auf Stabilität setze.

Von Eric Fischer, Syndc.

In der Rubrik Startup-Diary schildern Jungunternehmer wöchentlich, mit welchen praktischen Problemen sie in der vergangenen Woche konfrontiert wurden und welche Lösungsansätze sie gefunden haben.
 ”Wir befinden uns nun seit etlichen Wochen in einer Closed-Alpha-Phase und geben immer mehr Usern Zugriff auf unsere Anwendung. Dies bringt uns neben etlichen Bugreports auch viel Feedback ein, was uns hilft, die richtige Richtung bei der Entwicklung einzuschlagen. In den letzten Monaten galt unser Hauptaugenmerk der Stabilität unserer Plattform, und wir haben viel Zeit und Ressourcen investiert, um die nicht sichtbaren aber enorm wichtigen Elemente möglichst stabil und fehlerfrei hinzubekommen.

Stabilität vor Funktionalität

Ganz bewusst entschieden wir uns, die Funktionalität vorerst einzuschränken, um die Komplexität nicht unnötig zu erhöhen. Langsam nähern wir uns dem Punkt, an dem wir unser selbst gesetztes Ziel einer ersten öffentlichen Beta-Version umsetzen wollen. Gleichzeitig kommen auch wieder die Fragen auf, mit denen wir uns schon öfter beschäftigt haben: Wann sollen wir public gehen, wie stabil und fehlerfrei muss die Plattform sein, welche Funktionalität muss schon vorhanden sein? Dies hat direkten Einfluss auf die Steuerung der Entwicklungsarbeit.

“Release early and often”. Wir versuchen diesem Grundsatz zu entsprechen, trotzdem aber für unseren Fall richtig zu interpretieren. Um den angestrebten Release Termin mit unserem Qualitätsanspruch in Einklang zu bringen, mussten wir die Entwicklungsarbeit gezielt steuern.

Höhere Effizienz dank engem Fokus

Wir haben uns entschieden, dass wir lieber Abstriche beim Umfang der am Anfang zur Verfügung stehenden Funktionalität machen und dafür maximale Stabilität und Fehlerfreiheit anstreben. Wir denken, dass eine fehlerhafte Anwendung mehr Nutzer abschreckt als eine eingeschränkte Funktionalität. Dementsprechend haben wir unsere komplette Entwicklung darauf fokussiert, erst einmal das Gerüst stabil zu kriegen bevor wir wieder von der Funktionalität in die Breite gehen.

Das heisst, wir haben etliche Funktionen die wir schon in unserem Prototypen implementiert hatten, eingefroren und vorübergehend aus der Entwicklung der produktiven Anwendung entfernt. Dies erlaubt auf der einen Seite die generellen Elemente der Plattform zielführender zu Entwickeln und zu verbessern und auf der anderen Seite anhand weniger funktioneller Einheiten deren Implementation zu optimieren.

Ob dieses Vorgehen richtig war, werden wir sehen sobald wir in den nächsten Wochen public gehen. Bis jetzt hat sich bereits gezeigt, dass wir durch dieses Vorgehen die Implementierungsprozesse besser verstehen und neue Funktionen deutlich schneller umgesetzten können.”

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1 Kommentar

  1. Dani Schenker
    schrieb am 5. Oktober 2009 um 07:10 Uhr (#)

    Die Frage ist auf jeden Fall sehr wichtig. Eine generelle Antwort wird man wohl schlecht finden können.

    “Wir denken, dass eine fehlerhafte Anwendung mehr Nutzer abschreckt als eine eingeschränkte Funktionalität.”

    Diese Aussage kann man auch umdrehen, wodurch man meiner Meinung nach eine andere Antwort bekommen wird. Nämlich:

    “Ich denke, dass eine Anwendung mit allen Funktionalitäten die Nutzer mehr begeistern kann, als eine völlig fehlerfreie Anwendung mit fehlenden Features.”

    So ist zumindest meine Erfahrung. In 2 Fällen wechselte ich zu einem anderen Anbieter, da dieser einfach wichtige Funktionen bereits implementiert hatte.

    Aber wie gesagt wird es wohl nie eine allgemein gültige Regel geben. Es ist wohl im Einzelfall zu beurteilen wie wichtig einzelne Features sind.

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