Opia:
Thailändische Modelabels
für die Schweiz

Während ihrem Studienaufenthalt in Thailand konnte Opia-Gründerin Claudia Desax ein Netzwerk gründen, das heute Grundlage ihres Geschäftes ist.

Ich käme nicht unbedingt auf die Idee, dass in der edel gestalteten Boutique Kleider thailändischer Herkunft verkauft werden – Ich verbinde südostasiatische Mode mit grossen Niedrigpreis-Labels und danach sieht es hier wirklich nicht aus: Die hochwertig wirkenden Designer-Kleider, Schuhe und Accessoires sind sportlich-elegant gezeichnet – ”Smart Wear”, klärt mich Claudia Desax auf – und unterscheiden sich für mein laienhaftes Auge vor allem anhand kleiner aber feiner Details – ein Pullover zum Beispiel ist leicht asymmetrisch geschnitten – von den Stücken, die in anderen Boutiquen Zürichs die Schaufenster schmücken.

Von der Leidenschaft zum Beruf

“Ich wollte schon immer mein eigener Chef sein”, sagt Claudia ohne zu zögern. Als sich ihr im Frühsommer 2008 die Gelegenheit bot, im Kreis 4 in Zürich ein Ladenlokal zu übernehmen, brauchte sie nicht lange zu überlegen, obwohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu diesem Zeitpunkt nicht gerade günstig waren. Woher die Zuversicht? “Ich wusste, dass die Kleider, die ich verkaufen wollte, gut ankommen.” Sie sei von ihren Freunden und Bekannten immer wieder auf die Kleider angesprochen worden, die sie für sich in Thailand gekauft hatte. Das Aufspüren neuer Trends, Kontakte zu Leuten aus der Modebranche pflegen, das sei stets ihre Leidenschaft gewesen. Warum also nicht Geld damit verdienen? Dank ihrer Verbindung nach Thailand war es ihr möglich, Modelabels aufzuspüren, die es in der Schweiz nirgendwo sonst zu kaufen gibt.

Das betriebswirtschaftliche Know how zur Firmengründung holte sich Claudia noch während ihres Studiums an der Zürcher Hochschule der Künste. Sie besuchte an der ETH den vom Venture Lab durchgeführten Semesterkurs Venture Challenge, um das dort Erlernte zu vertiefen im Folgesemester Venture Plan. Nicht nur das betriebswirtschaftliche Wissen, das vermittelt wurde, auch der Austausch mit Leuten aus ganz anderen Bereichen habe ihr viel gebracht.

Mit Durchsetzungsvermögen zum eigenen Geschäft

Doch es war nicht ganz einfach, Geldgeber von ihrem Geschäftsmodell zu überzeugen. Immer wieder habe sie hören müssen, dass eine Boutique ja eigentlich kein rechtes Startup sei, eine Investition sich kaum lohnen würde. Claudias Hartnäckigkeit – die sie sich bei Projektpräsentationen während des Studiums angeeignet habe – zahlte sich dann doch aus: Die Anschubfinanzierung konnte sie über Freunde und Familie sowie den Kredit einer Kantonalbank sicherstellen. Heute betreibt sie zusammen mit ihrem Partner, Op Pengkhamuan, und mit der Unterstützung zahlreicher Freunde in Bangkok und der Schweiz ein – wenn auch im kleinen Massstab – global tätiges Modegeschäft. Ohne dieses Netzwerk, betont Claudia nachdrücklich, wäre Opia nicht möglich geworden.

Wohin soll sich ihr Unternehmen entwickeln? Als nächstes brauche sie eine Mitarbeiterin in Thailand, welche das Trendscouting und Fashionspotting vor Ort übernehmen könne. Zwar würde Claudia gerne selbst möglichst oft in Bangkok auf die Pirsch, doch Aufwand und Kosten seien dafür schlicht zu hoch, im Moment. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte sie sich vorstellen, ein zweites Lokal in einer anderen Stadt zu eröffnen. “Eine einzige Boutique im Kreis 4 ist eigentlich nicht das Ziel…”

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